Corona-Tagebuch 100

21. Juni 2020

100 Tage Corona-Tagebuch. Das zumindest habe ich nicht verschlafen. Wie kann man jene 100 Tage kurz zusammen fassen? 1. Ich weiß immer noch nicht, ob ich die Krankheit hatte. 2. Die große Katastrophe mit Millionen Toten ist, falls man offiziellen Statistiken trauen darf, bisher ausgeblieben. 3. Eine kleine Grippe ist die Covid-19-Pandemie trotzdem nicht. Über 450.000 Tote trotz gewaltiger Anstrengungen und Einschränkungen weltweit, belegen das. Sicher, man wird Vieles in zwei, drei Jahren kritisch beurteilen. Man wird Maßnahmen erkennen, die wirkungslos gegen die Infektionen geblieben sind, das Zusammenleben jedoch erheblich erschwerten. Vielleicht hätte man Schulen nie schließen müssen, vielleicht hätten wir im Freien auf Einschränkungen verzichten können, vielleicht hätten Abstandsregelungen und eine Maskenpflicht gereicht, wir wissen es immer noch nicht. Was wir wissen, in einigen Ländern, in denen das Virus zu Beginn kleingeredet wurde, sind die Folgen am dramatischsten. USA, Brasilien, Großbritannien. In manchen ostasiatischen Ländern sind die Folgen am geringsten geblieben, obwohl sie relativ früh betroffen waren. Taiwan, Vietnam, Südkorea. Auch Japan und China kamen vergleichsweise glimpflich davon. Bisher. Obwohl sie vollkommen unterschiedliche Bekämpfungsstrategien hatten. Und, trotz hoher Infektionsdichte gibt es in entwickelten arabischen Ländern eine extrem geringe Todesfallrate. Katar: 0,08. Vergleich Deutschland: 4,5. Der geringere Altersdurchschnitt? Auf jeden Fall handelt es sich bei Covid-19 um eine Krankheit, die sehr gefährlich für ältere Menschen und sehr viel weniger gefährlich für junge Menschen ist. Bisher gibt es in der BRD 3 bestätigte Todesfälle von unter 20-jährigen, bei insgesamt 8.895 Verstorbenen, der Altersdurchschnitt der Opfer beträgt 82 Jahre. Bisher erfolgte Lockerungen der Maßnahmen haben in manchen Ländern (Iran, Türkei) zu einem Wiederansteigen der Infektionszahlen geführt. In den meisten Ländern jedoch blieben die Infektionszahlen trotz der Lockerungen niedrig. Man darf auf die wirtschaftlichen Folgen gespannt sein. Man wird sehen, ob es noch eine zweite Welle gibt und wie die Entwicklung in vielen Teilen der Welt weiter geht, wo sich das Virus erst jetzt richtig verbreitet. Wir, in Europa, haben sicher den Vorteil, dass wir beobachten können, wie der Winter in Australien und Neuseeland sich auf das Corona-Geschehen dort auswirkt. Ach, und eines hätte ich fast vergessen: Früher war ich lustiger.

Heute: Berlin, Schankwirtschaft Baiz, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Falko Hennig, Gott, Ahne, Technik-Held Frank Sorge, dem Steglitzer Außenreporter Jürgen Witte mit seiner legendären Anneliese-Hülschrath-Gedächtniskolumne und unserem Neu-Mitglied (Premiere!!!) Andreas ‚Spider‘ Krenzke, sowie den phantastischen Superstargästen Michael Bittner (klügster, schönster und stärkster Sachse der Welt!) und Elis (beste Lieder von ’s Universum!) 25 Zuschauerinnen und Zuschauer dürfen in die Baiz, Anmeldung: reservierung-reformbuehne@web.de, dann registriert euch Mandana (ein paar Karten gibt es noch!), außerdem (4 Wochen noch) Livestream auf unserem Facebook-Kanal

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