Corona-Tagebuch 143
7. August 2020
Zu heftigen Diskussionen hat eine Werbekampagne der spanischen Hauptstadt Madrid für das Maske-Tragen geführt. Im Video „Beschütze dich, beschütze uns!“ wird am Ende eine Feuerbestattung gezeigt und Maskenverweigerer werden belehrt: „Einäscherungsofen: 980 Grad. Es gibt Dinge, die mehr Hitze verursachen als eine Schutzmaske“. Die Reaktionen reichen von „hart“ und „brutal“ bis zu „pietätlos“. Hintergrund, viele Madrilenen klagen, dass das Tragen von Masken im Freien bei über 35°C äußerst unangenehm sei. Da können wir uns glücklich schätzen. Hier gibt es eine Maskenpflicht bisher immer noch lediglich in Verkehrsmitteln und öffentlich zugänglichen Räumen. Wird sicher kein Vergnügen heute mit Bahn und Bus 3 Stunden durch die Gegend zu zuckeln, um ein kleines Städtchen in der Niederlausitz zu besuchen, wo sich unter anderem eine Burg befindet. Warum ich das tue, bei Temperaturen um die 35°C? Darf ich noch nicht verraten. Nach der Schweiz erklärt auch Österreich das spanische Festland zum Corona-Risikogebiet. Finnland verlangt bei Einreisenden aus Belgien, den Niederlanden und Andorra ab sofort, dass sie sich für 14 Tage in Quarantäne begeben. Norwegen verlangt von Einreisenden aus Frankreich, Monaco, der Schweiz, Tschechien und einigen schwedischen Regionen, dass sie sich für 10 Tage in Quarantäne begeben. Für Deutsche gilt dies bisher noch nicht, trotz hoher Fallzahlen und steigenden Neuinfektionen, gestern 1.147 am Tag. Finnland beobachte die Situation in Deutschland und Dänemark, heißt es. Rekorde an Neuinfektionen melden Polen, 809 am Tag und Indien, 62.538 am Tag. Nach dem Anstieg der Infektionsrate schließt Griechenland nachts seine Grenzen, bloß die Grenzübergänge nach Bulgarien bleiben geöffnet. Über 100 Covid-19-Tote in Libyen, über 200 in Venezuela, über 300 im Kosovo, über 500 in El Salvador, über 50.000 in Mexiko, über 160.000 in den USA. Los Angeles will den Veranstaltern illegaler Hauspartys von heute an Strom und Wasser abstellen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Donald Trump rechnet seinerseits mit einem Impfstoff deutlich vor Ende des Jahres, „in manchen Fällen“ sogar noch vor dem 3. November. 3. November? Ach so, da hofft der aktuelle US-Präsident auf seine Wiederwahl.
Tipp für heute: Mal an die armen Bankräuber denken, die auch früher schon mit Maske arbeiten mussten.
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