Corona-Tagebuch 135
3. November 2020
Tag der Präsidentschaftswahlen in den USA. Einige werden sich wundern, warum wir nicht mitwählen dürfen. Das Ausmaß der Berichterstattung hierzulande nimmt immer groteskere Formen an. Was die Ehefrauen der Kandidaten zu sagen haben, ist eine Nachricht wert, wir erfahren, dass Lady Gaga aufruft wählen zu gehen und wissen, dass noch überhaupt nichts entschieden ist, weil es nämlich 100.000 mal am Tag wiederholt wird. In Wien sind 5 Menschen, darunter der Attentäter, bei einem islamistischen Terror-Anschlag ums Leben gekommen. Diese Wahnsinnigen gibt es ja auch noch. Hoffen sie etwa, dass ihr Paradies von Corona verschont geblieben ist und wollen nun ganz schnell dahin? Und wie erreicht man das am hurtigsten? Klar, den Märtyrer-Tod sterben, indem man ein paar „Ungläubige“ meuchelt. In Berlin sinkt die Zahl der Neuinfektionen langsam, auch im Wochenvergleich. 713 waren es gestern, 930 am Montag voriger Woche. Eine Blitzwirkung des Kultur- und Gastrolockdowns? Wenn schon, wohl eher der Sperrstunde. Zahlreiche deutsche Orchester wollen heute um 20 Uhr auf die Bühnen gehen und 20 Minuten in Stille verweilen, ehe sie wieder abtreten, um ihren Protest und „Unmut über den Umgang mit Kunst und Kultur“ zum Ausdruck zu bringen. Gehe heute ja ebenfalls auf die Bühne, in Leipzig. Werde allerdings nicht schweigen, so hoffe ich zumindest. Keine Sorge, handelt sich nur um ’ne Aufzeichnung, ohne Publikum, bin kein Rebell. Rekorde an Neuinfektionen melden die Ukraine, 8.899 Fälle und Frankreich, 52.518 Fälle am Tag. Bulgarien stockt die Flotte der Krankenwagen in seiner Hauptstadt Sofia durch Polizeitransporter auf. Nach den Massentests in der Slowakei sind mehr als 38.000 Menschen positiv getestet worden und jetzt in Quarantäne. Für nächstes Wochenende ist eine weitere Massentestung geplant. Die slowakische Ärztekammer bezeichnet jene vom Verteidigungsministerium geleitete Aktion als „Verschwendung ohnehin knapper Ressourcen“. Und dann noch was Schönes. Kinder können trotz Corona dem Nikolaus schreiben. Ja! Der Vorsitzende des Festausschusses Sankt Nikolaus, im saarländischen Sankt Nikolaus, Peter Gerecke, äußerte sich gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) folgendermaßen: „Daran ändert sich gar nichts.“ Hurra!
Tipp für heute: Sind wir nicht alle Kinder unserer Eltern?
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