Corona-Tagebuch 156

24. November 2020

In den Medien wird ständig verkündet, dass die November-Hilfen für vom Teil-Lockdown Betroffene aufgestockt und auf Dezember ausgeweitet werden sollen. Ich bin ja schon etwas langsam und sicher auch übertrieben scheu, was das Beantragen von Hilfsgeldern betrifft, allerdings habe ich bisher von noch niemandem gehört, wo man diese Gelder überhaupt beantragen könne. Ist das nicht Aufgabe, wenn nicht der zuständigen Ministerien, so doch zumindest der Medien? Oder spekuliert man darauf, dass, falls man es kompliziert macht, viele gar nicht erst probieren etwas zu beantragen? Auf der Internetseite des Wirtschaftsministeriums findet sich jedenfalls zur Frage „Ab wann können die Novemberhilfen beantragt werden?“ die hilfreiche Antwort „Derzeit erfolgt die nötige Programmierung des Antragsformulars durch den IT-Dienstleister des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.“ Läuft, im Prinzip. Die Ministerpräsidentinnen der Länder haben sich wohl weitgehend geeinigt, dass der Teil-Lockdown jetzt erst mal bis 20. Dezember weiter geht. Dann soll es über die Weihnachtsfeiertage und Silvester eine Lockerung geben, wo „ein Hausstand mit maximal 10 haushaltsfremden Menschen, Kinder bis 14 Jahre ausgenommen“ zusammen kommen dürfen. Übersetzt heißt das für mich, Weihnachten und Silvester kann sich treffen wer will, nur, dass man im Zweifelsfall eben gezwungen ist auf engem Raum zu nächtigen, da Hotels und Pensionen weiter nur Dienstreisende beherbergen dürfen. Ein Fest für Viren, die sich natürlich nicht recht freuen können, da ihnen die Organe dafür fehlen, sie gehören ja nicht mal zu den Lebewesen. Muss den Kritikern recht geben, die monieren, was das denn für eine Notlage sei, die man für zehn Tage mal schnell aussetze, um gemeinsam feiern zu können. Silvesterfeuerwerk übrigens soll „auf belebten öffentlichen Straßen und Plätzen“ verboten werden. Ansonsten wird „empfohlen“ darauf zu verzichten. Ein Verkaufsverbot von Feuerwerk ist nicht vorgesehen. Systemrelevant eben, im Gegensatz zu .., ach, egal. In China wird nach neuen Corona-Fällen mit Massentests nach weiteren Infizierten gesucht. Aus Shanghai und Manzhouli wurden jeweils 2 Infizierte gemeldet, aus Tianjin 5. In Manzhouli wurden daraufhin alle 200.000 Einwohner getestet, die Schulen geschlossen und öffentliche Veranstaltungen untersagt. Laut tagesschau.de wird China „für solche drakonischen Maßnahmen immer wieder vor allem aus dem Ausland kritisiert.“, tagesschau.de weiter „Gleichzeitig hat China mit der Strategie Erfolg und konnte so im Gegensatz zu vielen westlichen Ländern mittlerweile zu einem weitgehend normalen Leben zurück kehren.“ Ab Donnerstag müssen Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie die Gastronomie in Luxemburg bis zum 15.12. geschlossen bleiben, Museen, Bibliotheken, Schulen, Läden und Betriebe dagegen nicht. Pakistan schließt bis 10.01. seine Schulen und Universitäten. Die mexikanischen Bischöfe haben eine der größten katholischen Pilgerfahrten der Welt, zu welcher 15 Millionen Menschen erwartet wurden, abgesagt. Sonst führt sie zur Basilika der Jungfrau von Guadalupe nach Mexiko-Stadt. Dort wird ein Marienbild aufbewahrt, das sich 1531 auf wundersame Weise in den Mantel eines indigenen Bauerns namens Juan Diego eingeprägt haben soll. Hallelujah! Russland meldet einen Rekord an Neuinfektionen, 25.173 Fälle am Tag. Über 400 Covid-19-Tote verzeichnet Litauen, über 700 Albanien, über 2.000 Armenien, über 3.000 Bulgarien, über 4.000 Ungarn, über 9.000 die Niederlande, über 45.000 der Iran, über 50.000 Italien. Mitarbeiterinnen der Deutschen Post, welche derzeit Briefe an den Weihnachtsmann im niedersächsischen Himmelsthür beantworten, berichten, die Kinder wünschen sich in diesem Jahr vor allem ein Ende der Pandemie. Aber auch Spielsachen. Und Süßigkeiten.

Tipp für heute: Wunschzettel schreiben nicht vergessen.

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