Potzblitz – Schlagzeilen zum Einpullern
2. März 2018
„Achtung – Tauwetter sorgt für Glatteis“ (so gelesen bei dem „Nachrichtendienst“ von web.de)
Tipp für heute: Sich auf die nächste Kältewelle vorbereiten, Sandsäcke füllen, gegen die Überflutungen.
„Achtung – Tauwetter sorgt für Glatteis“ (so gelesen bei dem „Nachrichtendienst“ von web.de)
Tipp für heute: Sich auf die nächste Kältewelle vorbereiten, Sandsäcke füllen, gegen die Überflutungen.
Wie mir gestern im wunderschönen Wien bei der wunderschönen Letzten Wiener Lesebühne im wunderschönen Vienna Ballhaus berichtet wurde, verdanke Wien seine Wunderschönheit ausschließlich der Wiener Stadtregierung, die unter anderem dafür gesorgt habe, dass Wien sauber sei, vor allem durch das Misttelefon, dessen Telefonnummer 54846 an jedem der innerstädtischen Mülleimer klebe. Was man da melden solle, wurde mir allerdings nicht vermittelt. Vielleicht: „Hallo, ich rufe gerade vom Mülleimer in der Berggasse, Nähe dieser einen Bank, an. Der Mülleimer ist voll.“ Oder: „Hallo, bin ich hier richtig beim Misttelefon? Der Mülleimer raucht.“ Oder auch: „Servus. Mein Name tut nichts zur Sache, aber ich wollte mal melden, dass jemand eine Bananenschale direkt neben den Mülleimer in der Neubaugasse geworfen hat. Gehe jetzt einen Apfelstrudel essen.“ Freundliche Grüße und ein herzliches Dankeschön an Hosea Ratschiller, Severin Groebner, Flüsterzweieck, die Techniker von Ö1, die Verantwortlichen des Kabaretts Niedermair und selbstverständlich an Irene vom STADTSAAL und natürlich auch an das tolle Publikum gestern.
Tipp für heute: Mist telefonieren.
Die Olympischen Winterspiele befinden sich in ihren letzten Zügen. Ganz ehrlich, ich habe manchmal sogar nachts den Fernseher angemacht, letzten Endes jedoch meist nur schlechte Laune bekommen. Vor allem von den Kommentatoren. Nicht nur ihr Nationalstolz nervte und dieses typische Sportreporterkauderwelsch „Wie sehr haben sie sich gefreut, dass sie völlig überraschend die Goldmedaille…“, nein, auch die Regie. Wenn irgendwo ein Wettkampf stattfand, wo deutsche Athleten mal nicht den Ton angaben, sendete man lieber die Wiederholung eines nichtssagenden Interviews. Außerdem diese künstliche Begeisterung für eher lahme Veranstaltungen vor fast leeren Rängen. Interessant fand ich auch die Fokussierung auf das Doping-Thema in puncto Russland. Kaum erwähnt wurde, dass kurz vor den Spielen neben russischen Athleten sehr viele Deutsche, Norweger und andere Skilangläufer abnorme Blutwerte aufwiesen. Und mal von diesen „Medikamenten“ abgesehen. Ist es nicht ebenso Doping, also technisches Doping, wenn die Deutschen mit Abstand das beste Material am Start haben, weil sie das meiste Geld hinein stecken? Würde es dem olympischen Gedanken nicht wesentlich mehr entsprechen, wenn alle Sportler dieselben Bobs, Schlitten, Skier, Schlittschuhe, Rennanzüge benutzen müssten? Na ja, sind so Gedanken eines skrupellosen Nestbeschmutzers. Ach, lobend erwähnen möchte ich die Kommentatoren der Eiskunstlaufwettbewerbe, die angenehm zurückhaltend und fair berichteten.
Heute: Wien, Kabarett Niedermair, 19 Uhr: Letzte Wiener Lesebühne mit Hosea Ratschiller und Severin Groebner, sowie den Gästen Franz Machetscheck, Flüsterzweieck und mich
Oder
Berlin, Jägerklause, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Jakob Hein, Jürgen Witte und Heiko Werning, sowie den Gästen Torsten Knoll (Gesang), Roman Israel (Geschichten) und Rene Marik (Maulwurfdialoge)
‚Lieblingsgast mit Brause‘ heißt nun mal eben nicht, dass man dort als Gast Brause trinken muss, ganz im Gegenteil, die Nussbreite ist eine Kneipe, die mit ihrem tollen Nusslikör wirbt, von welchem ich aber ebenso Abstand halten will. Ick bleib bei Bier, janz konservativ, wie man mir kennt. Volkstümlich eben. Nein, der Name der Veranstaltung rührt lediglich daher, dass die Brauseboys die Nussbreite oft als Ausweichstandort nutzen, wenn ihr Zuhause, das La Luz mal wieder aus monetären Gründen die Bühne anderweitig vergeben hat. Und deshalb solidarisieren sie sich jetzt auch mit der Nussbreite, welche leider nicht als einziger Veranstaltungsort in Berlin und weltweit darunter zu leiden hat, dass neu hinzu gezogene Wohnungseigentümer meinen, die Stadt gehöre ihnen und Justiz und Polizei bemühen um vehement ihre Ruhe einzufordern. Keine Musik darf mehr gemacht werden, in der Nussbreite. Na, mal sehen. Dit Singen lass ick mir heute jedenfalls nich vabieten!
Heute: Berlin-Wedding, Nussbreite, 20:30 Uhr: ‚Lieblingsgast mit Brause‘ Heiko Werning und sein Gast Ahne lesen, singen und trinken
Über manches, was er so äußert, kann man ja geteilter Meinung sein, allerdings hat Donald Trump nicht vollkommen recht, wenn er nach dem Amoklauf eines Schülers vorschlägt, man könnte darüber nachdenken die Lehrer zu bewaffnen? Warum aber, Herr Trump, nur die Lehrer? Sollte man nicht auch Busfahrer bewaffnen, Briefträgerinnen, Kassiererinnen, Friseurinnen? Oder Polizisten? Ach, die sind bereits bewaffnet? Die erschießen sogar ab und zu mal jemanden? Na, wird schon die Richtigen treffen (oder getroffen haben). Waidmanns Heil.
Tipp für heute: Immer auf der Hut sein.
Ich habe mich heute dazu entschlossen, meine langen Unterhosen der Bundeswehr zu spenden. Panzer habe ich leider keine.
Tipp für heute: Nach auszumusternden dicken Socken im Schrank suchen.
Die britische Premierministerin Vanessa May stellte in einem Interview mit der ARD klar: „Wir verlassen die EU, nicht Europa“. Puh, da atmen aber viele Menschen auf. Weltweit! Denn es wäre ja schon ein sicherlich riskantes geologisches Experiment eine derart große Insel aus Europa heraus zu brechen und werweißwohin zu verschieben. Nach Afrika, Amerika oder gar zum Mond!
Heute: Berlin, Jägerklause, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Heiko Werning, Jakob Hein, Jürgen Witte, mich und Gott, sowie den kategorisch unterforderten Superstargästen Jana Berwig & Masataka Koduka (Oberlausitz/Japan) und Jochen Reinecke (Berlin)
Deniz Yücel ist frei. Endlich!
Tipp für heute: Auch die anderen unter absurden Vorwänden Inhaftierten frei lassen.
Unheimlich gespannt bin ich, was Heiko Werning am Sonntag bei der Reformbühne zu den neuen Höchstleistungen sagen wird, die seine Schützlinge, Heiko ist doch Reptilienexperte und -züchter, im Iran derzeit erbringen. Der ehemalige iranische Armeechef Hassan Firusabadi gab nämlich laut der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag bekannt, dass der Westen Eidechsen und Chamäleone (gefällt mir besser als Chamäleons) in seinem Land einsetzt, die „atomare Wellen anziehen“ könnten. Somit wären die wechselwarmen Gesellen in der Lage Atomanlagen des Landes auszuspähen. Feige, werden manche motzen, aber wenn man weiß, und niemand weiß das so gut wie Heiko, wie gerne Reptilien „atomare Wellen“ anziehen, dies macht denen regelrecht Spaß, dann kann man da eigentlich niemandem böse sein, meine Meinung. Ich verbringe heute übrigens acht Stunden im Zug und morgen auch wieder. Hurra!
Heute: Zürich/Sui, Rote Fabrik (Ziegel Oh Lac), 21 Uhr: ‚Schockstarre Zukunft‘ (Ahne liest, singt und trinkt)
Mainzer Impression
Auf einem Lindenbaum,
vor meinem Balkon,
zwei Turteltäubchen hielten sich in ihrem Arm,
auf einem Lindenbaum,
vor meinem Balkon,
zwei Turteltäubchen hielten sich in ihrem Arm,
und knallt es auch und brüllt
und tropft des nachts der Regen,
es schimpft der Lektor vehement:
„Vögel haben Flügel!“
Auf einem Lindenbaum,
vor meinem Balkon,
zwei Turteltäubchen hielten sich in ihrem Arm.
Heute: Berlin, Jägerklause, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Jürgen Witte, Heiko Werning, Jakob Hein, mich und Gott, sowie den vorbildlich legeren Superstargästen Christian Gottschalk (Kölner Anti-Karnevalist) und Auge.Blau (Berliner Gassenhauer)
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