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Befreundet?

7. Januar 2024

Auf meiner obligatorischen Runde vor dem Einschlafen laufe ich jetzt häufiger gemeinsam mit einem Fuchs. Er scheint in der Fehrbelliner Straße zu wohnen, auf einem Spielplatz, der zu einem Kindergarten gehört. Der Fuchs und ich, wir reden nicht viel, beziehungsweise reden wir gar nicht. Er läuft meist ein paar Meter vor mir her, weiß immer schon, wo ich lang gehen will. Bleibe ich stehen, bleibt er ebenfalls stehen und guckt sich um. Kommen uns Leute entgegen, verkriecht er sich unter Autos, ist nicht mehr zu sehen. Es würde mir nicht gelingen zu beweisen, dass ich mit ihm zusammen die Straßen entlang laufe, ich hab ja keinen Fotoapparillo, auch nicht im Taschentelefon. Hat der Fuchs ja auch nicht. Braucht er auch nicht, glaube ich.

Heute: Berlin, Schankwirtschaft Baiz, 19 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Susanne M. Riedel, Heiko Werning, Spider, Frank Sorge, Falko Hennig, Gott und mich, sowie dem Superstargast Andre Herzberg (Pankower Lieder)

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Das Orakel vom Teutoburger Platz

5. Januar 2024

Auf meinem Klapprechner sind unten in der Fußleiste dauernd Kurzmeldungen zu finden, so was wie „Kurssturz an der Börse“ oder „Puffreis-Aktien unbedingt kaufen“, meist jedoch Wetter. Gestern stand zunächst „Morgen 42 cm Schnee“, umgehend korrigiert in „Morgen 34 cm Schnee“. Wohl ein paar Näschen zuviel geschnieft. Nichtsdestotrotz, es wird jetzt kälter. Das ist gut. Ich sage voraus, die heftige Krankheitswelle, die uns die letzten milden Wochen überrollte, sie wird durch die kältere Luft eingedämmt. Das Hochwasser, es geht zurück. Die Sonne lässt sich wieder blicken, wodurch auch unsere Laune steigt. Die Preise, sie werden sinken. Die Kriege, sie werden beendet. Tomaten schmecken wieder nach Tomaten. Sogar der Bus kommt! Und alle, alle, alle haben wir uns sehr, sehr lieb.

Tipp für heute: Falls nicht jede meiner Vorhersagen genauso eintrifft, sich daran erinnern, Fehler sind menschlich.

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Teil von etwas

3. Januar 2024

An Doofheit kaum zu überbieten ist dieser ganze Generationen-Quatsch. Wer sich das nur immer ausdenkt? Kolleginnen und Kollegen, die ein Stück vom kapitalistischen Kuchen abhaben wollen? Schon dieser Stuss mit „den 68’ern“. Als ob da eine Generation für irgendwas auf die Straße gegangen wäre. Ich soll, so will mir Wirtschafts- und Finanzexperte Martin Werding, einer der fünf, ick lach mir tot, „Wirtschaftsweisen“ erzählen, zur „Generation Boomer“ gehören. Ich sag so Redewendungen wie „Gib die Flosse, Genosse“, frage die 18-jährige Nichte nach ihrem Liebesleben, habe mit meinem hemmungslosen Konsum den Planeten an die Wand gefahren, jette durch die Welt und dränge mit dem SUV Fahrradfahrer zur Seite. Gut zu wissen. Der Journalist Jochen Arntz bricht eine Lanze für „unsere Generation“. Wir seien, oh weh, von „Massenarbeitslosigkeit voll erwischt“ und dadurch, ach was, „strebsam und pragmatisch“ geworden. Trotzdem hat unsere Generation, siehste (!), „die deutsche Einheit geschultert“ und „die europäische Einigung wesentlich vorangebracht“. Hinzufügen könnten Expertinnen und Experten, so denke ich, dass die „Generation Boomer“ Iro trug, Ausländerwohnheime anzündete, nackig im Park lag und jeden Sonntag, nach ‚Lindenstraße‘ und ‚Tagesschau‘, volles Rohr grunzend beim ‚Tatort‘ einschlief. Das würde ich sofort unterschreiben.

Tipp für heute: Die Generation ‚Fridays for Future‘ heißt in fünf Jahren garantiert anders. Vielleicht ja ‚Generation Kreuzworträtsel‘? Oder ‚Generation ‚Drimpy‘? Das ist dann so was Neues, was erst noch mit Inhalt gefüllt werden muss.

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Sätze seltsamer Schönheit (159)

2. Januar 2024

„Wenn ich überhaupt einer Partei beitreten würde, dann einer Partei, deren Mitglieder unsicher sind, ob sie recht haben.“ Albert Camus (wäre 2024 111 Jahre alt geworden)

Tipp für heute: Falls man den Pullover mit den Flecken anzieht, hat man den ohne Flecken immer noch in petto, falls man sich bekleckert.

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Sonne hab ich auch bereits gesehen, sie ist noch da

1. Januar 2024

Bereits gegen 22 Uhr verabschiedete ich gestern das Jahr mit zwei Knäckebroten, dünn mit Butter bestrichen, etwas Salz drauf gestreuselt. Auch sonst scheint nicht viel los gewesen zu sein, zum Jahreswechsel. Der Müll wird Jahr für Jahr weniger, auf den Straßen. Oder sehe ich ihn nur nicht mehr so gut? Da der einzige Bäcker, der heute morgen für mich seine Tore öffnen wollte, dies erst 15 Minuten nach meinem Begehr ermöglichte, ging ich noch ein wenig im Park spazieren. Vor einem Forsythienstrauch unterhielt ich mich mit einer Horde Spatzen. Sie wussten gar nicht, dass ein neues Jahr angebrochen ist, schimpften über einen Krieg, den die Menschen in der Dunkelheit mal wieder vom Zaun gebrochen hatten. Diese dummen Spatzen. Aber, irgendwie, ich mag sie.

Tipp für heute: Linsensuppe.

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Vor Notat und nach Notat – Bett (Titel klein wenig geklaut bei Heinz Strunk)

31. Dezember 2023

Den Jahresrückblick für 2023 schenke ich mir lieber, wer Masochist/in genug ist, besitzt da reichlich Alternativen. Mich hat jetzt zum Ende des Jahres passenderweise noch eine Virusgrippe niedergestreckt. Tut mir leid, weil heute ja Sonntag ist und damit Reformbühne, aber die Kollegin und die Kollegen, die werden das Kind schon schaukeln, wie wir früher immer sagten, vor der Erfindung des Backofens.

Tipp für heute: Berlin, Schankwirtschaft Baiz, 19 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Mandana, Falko Hennig und Spider, sowie den Superstargästen Andreas Kampa, Micha Ebeling und Doc Schoko

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Was würde wohl Freud dazu sagen (56)

29. Dezember 2023

Geträumt, ich sei in Leipzig. Der Hauptbahnhof wurde angegriffen. Das Kuppeldach ist fast völlig zerstört. Nur schwarze Metallstreben ragen noch empor. Auf dem Boden meterhoch eine Schicht aus in winzige Bröckchen zerbröseltem Glas. Das Glas ist extrem heiß. Es droht zu schmelzen. Ich weiß, ich müsste mich jetzt eigentlich flach auf die Glasschicht legen, damit ich in ihr nicht versinke, ein Teil von ihr werde, bleibe jedoch stehen und denke, wer war das denn nun wieder gewesen?

Tipp für heute: In Schöneberg ist es schön (sagt ja schon der Name, nur den Berg suchte ich bisher vergebens).

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Berghoch mussick schieben

26. Dezember 2023

Wunderschöner Sonnenschein und blauer Himmel lockten mich heute morgen aus dem Bettchen. Es war ungewöhnlich warm. Ich konnte, bekleidet lediglich mit einer Badehose, zur Kaufhalle spazieren, um dort entgeistert feststellen zu müssen, oh nein, geschlossen. Ein weiterer Feiertag scheint hinzugekommen zu sein. Wie lange wollen diese Christen denn noch Weihnachten feiern? Aber gut, ich gönne es ihnen. Hab ja selber mitgefeiert, das Weihnachtsfest. Sogar Geschenke habe ich bekommen, unter anderem einen Lastensegler. Deshalb bin ich auch so entspannt. Ich muss nämlich heute verreisen, nach Görlitz, in die wunderschöne Oberlausitz. Die schönste Stadt der Welt, sie liegt in der schönsten Region der Welt. Die haben ’s gut. Obwohl. Vielleicht muss man eher sagen, die hatten es gut. Denn, falls ich die Nachrichten richtig verstand, steht die gesamte südliche DDR unter Wasser. Alles überschwemmt. Zum Glück habe ich jetzt einen Lastensegler, da schnüre ich meinen Tornister drauf und dann geht ’s ab. Wind kommt von Nordwest, Görlitz liegt in Südost, brauch ich nichts zu tun, werd ich automatisch hingetrieben. Görlitz, ick komme!

Heute: Görlitz, BASTA, 20 Uhr: Kantinenlesen Görlitz mit Michael Bittner, Axel Krüger, Ivo Smolak und mich

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Umsonstladen Natur

24. Dezember 2023

Wer noch nichts besorgt hat, hier, wegen Weihnachten oder Geburtstag oder Helloween oder so, Geschenke müssen gar nicht teuer sein. Einfach in den Garten gehen, ein paar Blümchen pflücken und sie phantasievoll zu einem farbenfrohen Kranz flechten. Oder, wer, so wie ich, keinen Garten hat, im Park wächst auch was.

Heute: Berlin, Schank- und Kulturwirtschaft Baiz, 20 (!) Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Falko Hennig, Spider, Gott und mich, sowie unseren phantastischen Superstargästen Andreas Gläser (Meister der proletarischen Weihnachtsgeschichte), Bernadette La Hengst (neues Album: ‚Visionäre Leere‘!) und Nick Nuttal (aktuelles Album: ‚Just because some bad Wind blows‘, Album des Jahres 2023 übrigens, nach Reformbühnenmeinung)

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Wechselbad der Gefühle

23. Dezember 2023

Erst dachte ich, jetzt geht das schon vor Weihnachten los mit diesem Geböller! Sodom und Goumera! Die Jugend von heute, die müsste man alle.., dann jedoch, nachdem ich mit meiner Winchester ans Fenster getreten war, die tut nichts, die will nur spielen, wurde ich regelrecht verzaubert. Ich war wieder ein Kind, meine Augen strahlten, die Rückenschmerzen, wie fortgeblasen. Draußen, vor dem Fenster, tanzten Schneeflöckchen. Auf und nieder. Also, mehr nieder als auf, denn der Schnee war nass, egal, Berlin wurde zum Winterwunderland. Autos bedeckt von dichtem Pelz, Straßenlaternen bekamen Mützen aufgesetzt, Fahrradfahrer konnten kaum noch was sehen. Wie schön! Dann erneut, Blitz, Knall, oh nein! Die Jugend! Die böse Jugend! Sie macht alles kaputt. „Ich werd euch was, ihr frechen..!“ Meine Tochter aber riss mir die Knarre aus den Pfoten und sprach beruhigend: „Alles gut, Papa. Ein Gewitter. Es ist lediglich ein Gewitter.“ Vielleicht wird sie ja mal studieren? Meteorologie?

Heute: Berlin, Alte Kantine, 20 Uhr: Kantinenlesen mit Konrad Endler, Richard Blaha, Falko Hennig, Dan Richter und mich

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