Corona-Tagebuch 235

11. Februar 2021

Wie erwartet wurde der Shutdown erneut verlängert, nicht bis zum 14., nur bis zum 7. März. Frisöre dürfen schon am 1. März wieder öffnen. Wie mit Schulen und Kindergärten verfahren wird, sollen die Bundesländer selbst entscheiden. Hessen, Brandenburg, Berlin und Rheinland/Pfalz kündigten umgehend an, diese ab 22.02. aufzumachen, schrittweise, mit Wechselunterricht zum Beispiel. In Niedersachsen ist das bereits der Fall, abgesehen von der Nordseeinsel Norderney, wo wegen aktuell steigender Infektionszahlen der Präsenzunterricht gerade wieder verboten wurde, zusätzlich einer nächtlichen Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr. Ansonsten bleibt alles beim Alten. Von der Kultur ist mittlerweile nicht mal mehr die Rede, wenigstens erwähnen hätten sie können, wie sehr ihnen diese „am Herzen“ liege. Denke zwar, Quark mit Soße, gehts ans Eingemachte, sind ein Bild von … mir, ein Buch von Goethe oder die Originalnoten Lady Gagas neunter Sinfonie nur des Heizwerts wegen interessant, den das Material in den Flammen ergibt, aber solche Worte „streicheln“ zumindest „die Seele“. Die britische Mikrobiologin Sharon Peacock, die das dortige Programm zur Sequenzierung (Bestimmung der Nukleotidabfolge in einem DNA-Molekül, macht was draus) von Coronavirus-Proben leitet, erklärt zur Gefährlichkeit neuer Virus-Mutationen in der BBC: „Wenn ich in die Zukunft schaue, denke ich, dass wir das (das Sequenzieren d.A.) jahrelang machen werden. Wir werden das meiner Meinung nach auch noch in zehn Jahren machen.“ Was von einigen Medien zur Horrormeldung a la ‚auch 2030 wird das alles so weiter gehen‘, aufgeblasen wird. Allerdings sagt sie auch: „Sobald wir das Virus unter Kontrolle haben oder es selbst so mutiert, dass es nicht mehr virulent ist und Krankheit hervorruft, können wir aufhören uns zu sorgen.“ „Aufhören uns zu sorgen“, genau das will ich hören. Und wann bitte wird das sein? Ein Datum wäre mir lieb. Tschechien riegelt drei Bezirke im Grenzgebiet zu Deutschland und Polen ab. Cheb, Sokolov und Trutnov. Dort liegen die Infektionszahlen drei- bis viermal so hoch wie in anderen Landesteilen. Im Bezirk Trutnov wurde ein Anteil der B.1.1.7.-Variante bei den Neuansteckungen von circa 60% ermittelt. Keiner darf aus den Bezirken hinein und hinaus. Chinesische Methoden, die bei uns ja niemand wolle, wie der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus heute im Bundestag verkündete, weshalb man die Zahlen von China mit Deutschland überhaupt nicht vergleichen könne. Anders denkt die Initiative ‚No Covid‘. 14 Wissenschaftler, die einen Plan vorstellten, mit grünen und roten Zonen in Europa. Eine „Grüne Zone“ wäre, wo es 14 Tage keine Neuinfektionen unbekannten Ursprungs gebe. Dort könnten Beschränkungen des Alltagslebens aufgehoben werden. Diese „Grünen Zonen“ sollten dann aber durch drastische Reisebeschränkungen von „Roten Zonen“ geschützt werden, in denen lokale Infektionen außerhalb von Quarantäne oder Isolation auftreten. Erinnert an China? An Neuseeland? An Australien? Norwegen verlängert seine Einreisebeschränkungen bis 28. Februar. Bei Einreisen in die Slowakei gilt künftig eine 14-tägige Quarantänepflicht. Zwei Fälle der B.1.1.28-Variante, verbreitet in Brasilien, wurden jetzt auch in Portugal festgestellt. Südafrika will den noch nirgendwo auf der Welt zugelassenen Impfstoff von Johnson & Johnson medizinischem Personal spritzen, um zu sehen, ob er gegen die dort verbreitete B.1.351-Variante Schutz bietet. Über 900 Covid-19-Tote verzeichnen  Sambia und Malawi, über 115.000 Großbritannien, über 470.000 die USA. Altweiberfastnacht ist heute. Na dann, Hellau und Alaaf, oder wie man sagt.

Tipp für heute: Eine schöne, rote Pappnase aufsetzen und mit einem Gläschen alkoholfreiem Sekt die französische Fernsehserie ‚In Therapie‘ genießen.

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