Corona-Tagebuch 351

8. Juni 2021

Geträumt, ich sei in China, gemeinsam mit Tante Gudrun und Onkel Klaus aus Dessau. Und mit Mutti. Wir warten auf eine Straßenbahn. Es gibt zwei Sorten dort, schnelle Moderne und die alten Gelben aus der DDR. Die fahren manchmal auch Treppenhäuser hoch und Flure entlang. Ich überrede Mutti ein Lebensmittelgeschäft zu besuchen, welches sich in einem Wohnhaus befindet, im 15. Stock. Sie hat eigentlich keine Lust, aber, es wird ihr schon gefallen. Als wir die Treppen hochsteigen, kommen uns Menschen entgegen. Sie tragen Mund-Nasenschutz und mir fällt auf, dass ich es nicht tue. Will auch Mutti erinnern, doch die hat längst einen auf. Zerre meinen aus der Hosentasche und entschuldige mich. Wäre zuvor in Japan gewesen, wo niemand Maske trug. Da sei Corona nicht mal in den Nachrichten. Die Chinesen senken dezent ihre Blicke. Sie bieten mir Gelegenheit mein Gesicht zu wahren.

Krankenhaushygieniker haben die Abkehr von der FFP-2-Maskenpflicht gefordert. Die Dichtigkeit von Masken müsse individuell geprüft werden, gegebenenfalls auch, wie lange die Masken getragen werden können. „Das ist in der Praxis quasi nirgendwo gewährleistet“, so Peter Walger, Vorstandssprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH). „FFP-2-Masken gehören nicht in die Hände von Laien, egal ob von Obdachlosen, Hartz-IV-Empfängern oder Vorstandsvorsitzenden“, betonte er in der ‚Neuen Osnabrücker Zeitung‘. Die Pflicht zum Tragen einer FFP-2-Maske in der Öffentlichkeit sei „eine Fehlentscheidung“. „Selbst viele Alltagsmasken schützen Laien besser vor Corona als schlecht sitzende FFP-2-Masken.“ Ab 21. Juni öffnet Tschechien seine Grenzen für alle Reisenden aus der EU und Serbien mit negativem Testergebnis oder vollständiger Impfung. In Neu-Delhi darf die U-Bahn wieder fahren, wenn auch mit eingeschränkter Kapazität. Indien meldet unter 100.000 Neuinfektionen, Malta das erste Mal seit 10 Monaten keine einzige Neuinfektion. In Deutschland sinkt die 7-Tage-Inzidenz auf 22,9. Virologin Melanie Brinkmann: „Ich fürchte, die Zahlen werden über kurz oder lang wieder steigen.“ Gut, mit so einer Aussage kann man nie falsch liegen, „lang“ unterliegt schließlich keiner Begrenzung. Über 800 Covid-19-Tote verzeichnet Angola, über 10.000 Paraguay, über 30.000 Chile, über 350.000 Indien. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bieten bis 18. Juli ein „Kultur-Ticket“ für Fahrten mit U-Bahn, Straßenbahn und Bus an. Und Fähren, vergessen wir nicht die Fähren! Dieses kostet dann keine 3 sondern 4 €. Der freiwillige Aufschlag fließe direkt in die Kulturszene, teilte die BVG mit.

Tipp für heute: Besser schwarz fahren, zu einem kulturellen Abenteuer eigener Wahl.

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