Corona-Tagebuch 385

14. Juli 2021

Einen interessanten Text las der Germanist, Slawist und Komponist Richard Blaha bei der Lesebühne L.S.D. – Liebe statt Drogen über das „Gendern“ vor. Er ist dem gegenüber positiv eingestellt, stört sich nur an unpraktischen Möglichkeiten, die es derzeit im Deutschen gibt. In seinem Text schlug er die Verniedlichungsform vor, die Endung -chen, welche das Sächliche verlangt. Also das/die Lehrerchen, das/die Schülerchen. Gefiel mir zunächst. Dann allerdings kamen Bedenken, es gibt ja auch Unsympathchen und das/die Massenmörderchen klingt, nun ja, skurril irgendwie. Ivo Smolak favorisierte anschließend die Endung -ie/s, also das/die Lehrerie/s, das/die Schülerie/s. Das/die Massenmörderie/s? Besser. Erinnert ans Schwyzerdütsch. Man/frau wird sehen, wohin die Reise geht. Muss sich auf jeden Fall im allgemeinen Sprachgebrauch durchsetzen. Was das Volk nicht sprechen/schreiben mag, wird über kurz oder lang wieder verschwinden. In sächsischen Kreisen mit einer Inzidenz unter 10 soll ab Freitag die Maskenpflicht beim Einkaufen entfallen. England streitet über die allgemeine Aufhebung der Maskenpflicht ab 19. Juli. London kündigte eine Beibehaltung im Öffentlichen Nahverkehr an, ebenso die Fluglinien ‚Easyjet‘ und ‚Ryanair‘. Nationale Zuglinien dagegen wollen auf sie verzichten. Beim Open-Air-Musikfestival ‚Verknipt‘ (Durchgeknallt) im niederländischen Utrecht haben sich rund 1.000 Festivalbesucheries, von etwa 20.000, mit dem Virus infiziert. Die Organisatories betonten, sie hätten sich an alle Auflagen gehalten. In Malaysia schlossen Behörden ein Impfzentrum, nachdem fast die Hälfte der 450 Mitarbeiteries positiv getestet worden waren. Ab morgen müssen Einreisende nach Slowenien vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet sein, was auch für Transitreisende und Spediteuries gilt, Ausnahmen sind Kinder unter 15 und Landwirties, die grenzüberschreitend Flächen bewirtschaften. Malta nimmt das Einreiseverbot für Nichtgeimpfties wieder zurück. Sie müssen lediglich für „gewisse Zeit“ in Quarantäne. In Griechenland dürfen nur noch Geimpfties künftig in geschlossene Räume von Kinos, Theatern und Gastronomie. Landesweit gilt bis Ende August ein Tanzverbot. Wirtschaftsminister Adonis Georgiadis kündigte einen „Sommer der Sitzenden“ an. Hach, schön! Das erste Drive-In-Impfzentrum Berlins wurde in Lichtenberg eröffnet, auf einem IKEA-Parkplatz, wo frau/man sich ohne Termin von montags bis freitags 11 bis 21 Uhr mit den Vakzinen von Johnson & Johnson sowie Moderna impfen lassen kann. Die freie Wahl des Impfstoffs sei allerdings „nicht zu jeder Zeit garantiert“. Brasilien hat die niedrigste Zahl bei den Neuinfektionen seit mehr als einem halben Jahr registriert. Einen Rekord an Neuinfektionen meldet Malaysia, 11.079 Fälle am Tag. Einen Höchstwert täglicher Corona-Todesopfer gibt es in Russland, 780. Über 700 Covid-19-Tote (insgesamt) verzeichnet die Mongolei, über 1.000 Mocambique, über 4.000 Myanmar, über 8.000 Saudi-Arabien, über 55.000 die Ukraine, über 65.000 Südafrika, über 410.000 Indien, über 535.000 Brasilien. Südkoreanischen Fitnessstudios wird es künftig verboten beim Gruppentraining Musik mit mehr als 120 Beats pro Minute zu spielen, damit Besucheries nicht zu heftig atmen oder schwitzen. Vernünftig, äußerst vernünftig.

Heute: Berlin, Hofkino Berlin, 20 Uhr: Fuchs & Söhne mit u.a. mich als Gast

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