Eins, zwei, drei, vier Eckstein, alles muss versteckt sein
16. Oktober 2013
Mein Sohn kam neulich zu mir und meinte, sie hätten im Geographie-Unterricht gerade die Schwellenländer behandelt und ob ich ihm mal erklären könne, wie das mit der Ersten, der Zweiten, der Dritten und der Vierten Welt so wäre. Da wollte ich sofort loslegen, musste dann aber schlucken, denn mir fiel auf, dass ich das gar nicht genau wusste. Vor allem was war die Vierte Welt eigentlich? Von der hatte ich bisher noch gar nichts gehört. War sie etwa ein Ersatz für die verloren gegangene Zweite Welt. Denn, soweit ich mich erinnern konnte, waren die Zweite Welt doch, einer damaligen Theorie zufolge, die Länder des Ostblocks beziehungsweise die sozialistischen Staaten, während die Erste Welt für die kapitalistischen Staaten der EG und NATO stand und die Dritte Welt die Blockfreien vereinte. Mittlerweile bezeichnete man unter Dritter Welt eher die Entwicklungsländer, was aber war die Vierte Welt? Außerdem, konnte es eine Dritte Welt geben, wenn gar keine Zweite Welt mehr existierte? Mussten die dann nicht nachrücken? Ich schlug also das verstaubte Internetz auf und siehe da, man wurde auch nicht schlauer. Denn letzten Endes wird da nur mit Begriffen jongliert, die hinten und vorne nicht passen. Mal zählt Brasilien zur Ersten Welt, mal zu den Entwicklungsländern, mal zu den Schwellenländern. Mal wird die Erste Welt regional verortet, also Westeuropa zählt dazu und Nordamerika und Australien, dann wieder heißt es, dies seien die Industrienationen, dann wieder behauptet man es wären die reichen Länder. Nun ist Saudi-Arabien ganz sicher reich aber bestimmt kein Industrieland, Portugal dagegen liegt in Westeuropa, ist aber eher nicht so reich. Die Vierte Welt übrigens sollen wohl Entwicklungsländer sein, die ganz, ganz doll unterentwickelt sind, hauptsächlich aus Schwarzafrika. Das klingt wirklich superseriös. Man sollte vielleicht einfach seine Finger von diesen Begriffen lassen.
Tipp für heute: Heiß, heiß, heiß!
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