Corona-Tagebuch 47

29. April 2020

Seit langem mal wieder einen Traum gehabt, der mich grübeln ließ. Ich richte für meine große Tochter eine Geburtstagsparty aus, im Berliner Schokoladen (Kneipe und Veranstaltungsort in Berlin-Mitte). Sie kann allerdings nicht kommen, weil sie eben nicht kann, keine Ahnung warum. Es erscheinen etwa 20 Personen, um die ich mich nicht kümmere, weil ich ja Cocktails mixen muss. Ich! Cocktails! Im Schokoladen! Dazu benutze ich eine Eiscrashmaschine (keine Ahnung, ob das so heißt), schlage Eier hinein und gieße Rum drüber. Gibt es so was? Den Gästen schmecken meine Cocktails nicht (kein Wunder). Sie lassen die halbvollen Gläser zurück und verabschieden sich nicht einmal. Ich beginne damit abzuwaschen, da kommt der Chef des Schokoladens (in der Realität Chef der Baiz, Kneipe in Berlin-Prenzlauer Berg, wo die Reformbühne im Sommer Asyl genießt) und bietet mir eine Wohnung an. Im Schokoladen! Ich bin überrascht und sage, ich hätte doch eine Wohnung, woraufhin er entgegnet, das wäre doch egal, ich könne sie ja zum Fußballgucken nutzen. Sie koste auch nur 1.000 €, im Monat. Ich staune, dass er denkt, dies sei für mich ein Klacks, schmeichelt mir aber auch und ich lehne nicht sofort ab. Corona kommt in dem Traum gar nicht vor. Wenn man genauer nachdenkt, könnte es ja allerdings sein, dass durch die Pandemie die Immobilienpreise sinken und Vermieter sich bemühen ihre Mietwohnungen schnell noch zu hohen Konditionen weiter zu vermieten. Falls, muss ich mich beim Wirt der Baiz entschuldigen und beim Schokoladen, aber für Träume kann man ja nichts. Oder doch? Russland verlängert die „Arbeitsfreie Zeit“ bis zum 11. Mai, Luxemburg will seine gesamte Bevölkerung testen lassen, Berlin führt die Maskenpflicht nun auch beim Einkaufen ein, Mecklenburg/Vorpommern in Arztpraxen, die strengen Ausgangsbeschränkungen in El Salvador werden bis zum 16. Mai verlängert. Wer dort das Haus verlässt, ohne Lebensmittel oder Medikamente zu besorgen und keiner systemrelevanten Arbeit nachgeht, kann festgenommen und bis zu 30 Tage in ein „Eindämmungszentrum“ gesteckt werden. Das oberste Verfassungsgericht erklärte dies zwar für unzulässig, die Regierung jedoch weigert sich, dem Urteil Folge zu leisten. Der konservative Präsident Bukele warf den Richtern vor „den Tod des Volkes angeordnet“ zu haben. In Polen sollen im Sommer die Hotels wieder öffnen, Friedrich Merz, konservativer Kandidat für den CDU-Parteivorsitz in Deutschland erklärte: „Eine behutsame Lockerung muss jetzt sein.“ und „Es gibt regionale Unterschiede. Aber wo immer es möglich ist, müssen die Bundesländer gemeinsam vorangehen.“ Ob er auch sagte: „Der Ball ist rund.“, „Hinterher ist man immer schlauer.“ oder „Wo gehobelt wird, fallen Späne.“, habe ich auf die Schnelle nicht heraus bekommen können.

Tipp für heute: Einfach mal hobeln, um das mit den Spänen zu überprüfen.

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