Corona-Tagebuch 50
2. Mai 2020
Bilanz des 1. Mai während Corona: in Istanbul werden Oppositionelle festgenommen, noch bevor sie demonstrieren können, in Deutschland versammeln sich ein paar Tausend in Berlin, in Hamburg und Leipzig ein paar Hundert Menschen, zu linken Spontandemonstrationen, in Berlin fliegen vereinzelt Steine. Am Rande einer ‚Hygiene-Demo‘ am Rosa-Luxemburg-Platz wird ein Kamerateam der ZDF-Sendung ‚heute-show‘ angegriffen. 4 der Angegriffenen müssen ins Krankenhaus. Noch ist nicht klar, wer dafür verantwortlich zeichnet. Meinen Livestream-Auftritt aus dem Comedyclub Kookaburra verfolgen erst 9 Menschen, dann 14 Menschen, dann weiß ich nicht mehr, kurz vor Schluss bricht die Leitung zusammen, danach sind es lediglich noch 4 Leute, die bis zum Ende zugucken. Ein riesiger Erfolg also. In Bulgarien wird die Maskenpflicht im Freien aufgehoben, Maske muss künftig nur noch in Läden, Kirchen und dem ÖPNV getragen werden, auch Südafrika und Texas lockern, während Indien und Irland ihre Beschränkungen verlängern und New York seine Schulen definitiv bis Schuljahresende schließt. Gute Nachrichten hingegen aus Lesotho, letztes corona-freies Land in Afrika, und aus der koreanischen demokratischen Volksrepublik. Dort ist ihr Heilsbringer, Pummelchen und Diktator Kim Yong Un scheinbar am Leben. Für viele vielleicht aber auch keine so besonders gute Nachricht. Nicht jeder findet den Herren ja so toll wie sein Freund Donald Trump. Laut Meinungsforschungsinstitut YouGov schnitten sich während der Corona-Krise in Deutschland 14% der Bevölkerung ihre Haare selber, 58% ließen sie einfach wachsen, 11% ließen sie zwar wachsen, stylten sie aber anders und weitere 11% suchten sich Schneidehilfe bei einer anderen Person, was für 3% davon zu einer Katastrophe führte. Etwa tot? Wirklich gestorben sind mittlerweile über 65.000 an Covid-19 in den USA, über 6.700 in Deutschland. Auch Portugal und Ekuador überspringen die Marke von 1.000 Toten, wobei in Ekuador mit einem Vielfachen an Toten zu rechnen ist. Die Umweltorganisation WWF hat den 2. Mai zum ‚Tag der Lebensmittelverschwendung‘ ausgerufen. Zwar ist der 2. Mai seit 16 Jahren bereits ‚Internationaler Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen‘, aber was soll ’s, neben uns ist noch Platz, herzlich willkommen! Wobei, warum man der Lebensmittelverschwendung einen ganzen Tag widmen muss? So prima ist die ja nun wirklich auch nicht.
Heute: Berlin, Senefelderplatz, 13 Uhr: Standkundgebung zum Internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen (Für eine Zukunft ohne Arbeitszwang, für Automatisierung und ein Bedingungsloses Grundeinkommen!) es dürfen lediglich 20 Personen eine halbe Stunde lang mit Abstand demonstrieren, wir nehmen alles auf, könnt ihr später sehen und hören
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