Corona-Tagebuch 66

18. Mai 2020

Bei ‚Anne Will‘ eingeschlafen. Also nicht bei ihr persönlich, wir kennen uns gar nicht persönlich, bei ihrer Fernsehsendung. Ich verstehe nicht, warum man, wenn man über die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen spricht, warum man dann nicht wenigstens einen oder eine der Protestierenden in die Diskussion einbezieht. Ich denke, es ist Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks das Meinungsbild im Land aufzuzeigen und sich mit den Meinungen auseinanderzusetzen. Sie von mir aus auch auseinanderzunehmen, so sie es denn verdienen. Das dürfte bei vielen Verschwörungstheorien, welche dort präsentiert werden, gar nicht so schwer sein. Wenn man aber dauernd wiederholt, viele der Demonstrierenden kämen aus der Mitte der Gesellschaft, brächten berechtigte Sorgen zum Ausdruck, kann man nicht nur über sie, sondern muss mit ihnen reden, sonst treibt man die Fernsehzuschauer zu den „alternativen Medien“, um sich dort zu informieren. Und mit welchen „Informationen“ man in diesen „alternativen Medien“ versorgt wird, davon habe ich mir, als alter Trash-und-Grusel-Fan, viel zu oft ein Bild gemacht, gebe ich zu. Eine Alternative ist das nicht. Muss die gestrig genannte Zahl der in Polen Festgenommenen übrigens korrigieren. Dutzende trifft es bei 380 Personen nicht wirklich. Erstmals seit 2 Monaten ist die Zahl der täglich an Covid-19 Gestorbenen in Spanien mit 87 unter die Hunderter-Grenze gefallen, auch Großbritannien meldet mit 170 Toten die niedrigste Zahl seit Ende März, in Deutschland sind es nur noch 21 Tote. Wobei die beliebte Floskel natürlich lautet: ‚Jeder Tote ist einer zuviel‘, doch ich hatte keine Lust, das „nur“ in Anführungsstriche zu setzen. Erst jetzt habe ich Lust dazu verspürt. Seit heute dürfen Eltern in Sachsen selbst entscheiden, ob ihr Kind zur Schule geht oder nicht. Freitag hatte ein Leipziger Verwaltungsgericht im Eilverfahren geurteilt, dass ein Siebenjähriger nicht zum Unterricht erscheinen müsse, wenn die Eltern es aufgrund der Nichtgewährleistung des Mindestabstandes als zu gefährlich erachten. Das sächsische Kultusministerium möchte dies anfechten. Laut eines Sprechers des Vereines türkischer Dönerhersteller in Europa (Atdid) sei der Verzehr von Dönern insgesamt um 75% eingebrochen. Mit Soße. Ohne Soße. Nach Versorgungsengpässen mit alkoholischen Getränken wegen der Corona-Krise, die großen Brauereien, unter anderem die Corona-Brauerei, sind seit Anfang April zu, starben in Mexiko bereits 138 Menschen am Konsum gepanschten Alkohols, gaben die Behörden bekannt. In Italien können sich seit heute die Menschen innerhalb ihrer Region wieder frei bewegen, in Belgien werden die Schulen geöffnet, in Portugal neben den Oberschulen und Kindergärten auch Restaurants und Cafes. In der Dominikanischen Republik dürfen öffentliche Verkehrsmittel wieder genutzt werden, wenn auch nur von 6 bis 18 Uhr und mit Maske. Bislang höchster Anstieg der Infizierten-Zahlen in Mexiko mit mehr als 2.000 pro Tag und in Indien mit mehr als 5.000 pro Tag. Tansanias Präsident John Magufuli führt die Eindämmung der Corona-Pandemie auf die Gebete der Bevölkerung zurück, wie er in einer Fernsehansprache, die aus einer Kirche seiner Heimatstadt Chato ausgestrahlt wurde, verkündete. „Es ist offensichtlich, dass Gott auf unsere Gebete gehört hat.“ Werde demnächst in der Choriner 61 vorbeischauen. Mal sehen, wat olle Ihmtschak dazu sagt.

Tipp für heute: Schnell noch für alles andere beten, was im Argen ist, kann nicht schaden.

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