Corona-Tagebuch 67

19. Mai 2020

Pegida, das sind jene, die sich kritisch mit der Islamisierung des Abendlandes auseinandersetzen, hat Montag in Dresden 300 Menschen auf die Straße gebracht, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren. Ich war nicht dabei. Aus Angst? Vermutlich. Während Bundesaußenminister Heiko Maas für einen „kontrollierten Wiedereinstieg in den europäischen Tourismus“ wirbt, warnt Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery, bekannt geworden durch seine Ablehnung der Maskenpflicht, vor Grenzöffnungen für Urlauber: „aus gesundheitlichen Gründen wäre es das Beste, die Menschen blieben an ihrem Wohnort“ betonte er gegenüber der Funke-Mediengruppe. Der populäre Hallenser Virologe Kekule hofft dagegen, noch in diesem Sommer nach Ägypten in seinen Windsurf-Urlaub reisen zu können. Das sei relativ unproblematisch, erklärte er in der ARD-Sendung ‚Hart aber fair‘, zumindest wenn Urlauber nicht mit Einheimischen in Berührung kämen. Der dortige Diktator al-Sisi wird ’s gerne hören. Die sollen mal schön am Strand vor sich hin gammeln, die Touristen, Geld ins Land bringen, mit dem Waffen gekauft werden können und nicht weiter stören, wenn er mit seinen ganz eigenen Methoden versucht Ruhe und Ordnung zu schaffen. Zum ersten Mal seit Anfang März keine Corona-Neuinfektion melden sowohl Mecklenburg/Vorpommern als auch Schleswig/Holstein. In Sachsen/Anhalt öffnen nach Pfingsten die Kindergärten für alle Kinder. Vier medizinische Fachgesellschaften fordern dies für ganz Deutschland und beziehen auch die Schulen ein, „umgehend und vollständig“ sollte geöffnet werden, es müssten weder kleinere Gruppen gebildet, noch Abstand gewahrt oder Masken getragen werden, so fordern es zumindest die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene, die Deutsche Gesellschaft für Pädriotrische Infektiologie, die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin und der Bundesverband für Kinder- und Jugendärzte in Deutschland. Polen will ab 15. Juni seine Grenzen öffnen. Israel lockert aufgrund einer Hitzewelle die Maskenpflicht. Bei Temperaturen von knapp unter 40°C dürfen dort Schülerinnen und Schüler in Klassenräumen die Masken absetzen. Über 100.000 Infizierte in Indien, Brasilien klettert mit über 255.000 Infizierten auf den weltweiten Bronzerang hinter Russland und den USA, wo mittlerweile über 90.000 Menschen an Covid-19 gestorben sind. Angesichts der coronabedingten Schließung von Prostitutionsstätten fordert eine Gruppe deutscher Bundestagsabgeordneter aus SPD und CDU/CSU ein generelles Sexkaufverbot und Ausstiegsprogramme für Prostituierte. Der Shutdown für Prostitution dürfe nicht gelockert werden, verlangten sie in einem Papier, welches der Deutschen Presse Agentur (DPA) vorliegt: „Sexuelle Handlungen sind in der Regel nicht mit Social Distancing vereinbar.“ In der Regel nicht, stimmt. In der Regel jedoch benötigen wir sexuelle Handlungen noch immer, um nicht in Bälde als Art von diesem Planeten zu verschwinden. Vom Spaß, den das Ganze macht, mal vollkommen abgesehen. Hat mit Prostitution zwar nichts zu tun, die Infektionsgefahr mit der Abschaffungsdringlichkeit aber ebenso wenig.

Tipp für heute: Wieder mal was Liebes sagen.

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