Corona-Tagebuch 76

28. Mai 2020

Müde. Dies konnte verhindern, dass ich früh gleich los bin, um mir ein paar Paletten Damenbinden und Baby-Windeln zu sichern. Was ich damit will? Tauschware, falls demnächst das Bier knapp wird. 2020 ist der Mai längst nicht so warm wie in den vergangenen Jahren. Vielleicht ja eine Blitzheilung des Klimawandels, durch das coronabedingte, weltweite Herunterfahren der Wirtschaft? Ich weiß, ich weiß, Wetter ist nicht gleich Klima. Man wird doch wohl noch träumen dürfen. Jetzt läuft alles wieder richtig an. Der Verkehr auf den Straßen ist schon fast genau so dick, wie vor Corona. Bestimmt erholt sich das Wetter bald wieder. Puh! Laut einer Studie des Forschungsverbundes „Kindheit-Jugend-Familie in der Corona-Zeit“, der aus dem Hildesheimer Institut für Sozial- und Organisationspädagogik und dem Frankfurter Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung in Kooperation mit der Universität Bielefeld besteht, sind Kinder in Zeiten der Corona-Einschränkungen zufriedener als Erwachsene. Da kann ich nur sagen: „Arschlöcher, alles Arschlöcher!“ In Deutschland sollen die Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni in Kraft bleiben. In der Schweiz dürfen ab Sonnabend wieder bis zu 30 Personen zusammen kommen. Auch sollen Veranstaltungen bis 300 Teilnehmer gestattet sein, Zoos, Bergbahnen, Campingplätze, Schwimmbäder, Theater und Kinos öffnen und in Restaurants dürfen ab 6. Juni mehr als 4 Personen an einem Tisch sitzen. Großveranstaltungen über 300 Teilnehmer bleiben weiterhin verboten, vorerst bis Ende August. Serbien erlaubt ab 1. Juni Fußballspiele und andere sportliche Wettkämpfe im Freien mit Zuschauern. Zwischen denen muss ein Sicherheitsabstand von einem Meter eingehalten werden. Ungarn erlaubt dies ab Donnerstag ebenfalls, mit 1,5 m Abstand allerdings. Polen schafft das verpflichtende Tragen einer Gesichtsmaske in der Öffentlichkeit ab. Lockerungen auch in Moskau. Dort dürfen Einwohner künftig dreimal die Woche spazieren gehen, auch Sport im Freien ist wieder erlaubt, allerdings nur von 5 bis 9 Uhr. Morgens! Und man muss Maske tragen, auch beim Sport. Über 4.000 Covid-19-Tote in Russland, über 25.000 in Brasilien, über 100.000 in den USA. Da jedoch sinken die Neuinfektionen und Todesfälle pro Tag, während die Sprecherin des armenischen Gesundheitsministeriums Alina Nikoghossian der Nachrichtenagentur AFP gegenüber erklärte: „Wenn die gegenwärtige Situation anhält, werden die Intensivbehandlungen in den kommenden Tagen nur für Patienten mit den besten Überlebenschancen zur Verfügung stehen.“ Vielleicht sollten es die Armenierinnen und Armenier den Japanerinnen und Japanern gleich tun, welche derzeit hunderttausendfach das Fabelwesen „Amabie“ abbilden, das der Legende nach 1846 im heutigen Kumamoto dem Meer entstieg und einem Beamten mitteilte, falls eine Epidemie ausbreche, solle ein Bild von ihr gemalt und den Menschen gezeigt werden. Selbst das Gesundheitsministerium Japans verwendet auf seiner Webseite Bilder von „Amabie“ mit dem Aufruf: „Stop! COVID-19“. Kann kaum schaden. Womöglich aber sollte man sich nicht nur darauf verlassen.

Tipp für heute: Amabie sieht putzig aus.

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