Corona-Tagebuch 107

28. Juni 2020

Mit voller Wucht ist gestern meine Allergie losgebrochen, obwohl ich das Wort losbrechen nicht besonders mag. Ausbrechen ja, aber losbrechen? Doch losbrechen beschreibt die Allergie besser. Nein, kotzen muss ich nicht. Niesattacken. In der Straßenbahn zum Weißen See konnte ich sie mir noch irgendwie verdrücken, mit Maske ist es da übrigens ganz schön anstrengend, jetzt, bei 35°C, als ich aber ausstieg ging es los, 10, 15 mal hintereinander. Und in die Armbeuge wäre ein Witz gewesen. So große Armbeugen gibt es einfach nicht. Einige Menschen schauten skeptisch. Eine Frau lief einen großen Bogen um mich rum. Kann ich verstehen. Müsste eine Fahne mit mir führen, auf welcher stünde ‚Keine Angst, nur Allergie!‘. Oder ein T-Shirt? Aber T-Shirt-Aussagen nimmt ja keiner mehr ernst. Laut Techniker-Krankenkasse haben sich im Mai so wenige Arbeitende krank gemeldet wie in keinem anderen Mai der letzten zehn Jahre. TK-Chef Jens Baas führt das unter anderem auf weniger Sport-, Schul- und Wegeunfälle zurück. Dabei heißt es doch in einem uralten Spruch: „Die meisten Unfälle passieren im Haushalt“. Scheint nicht mehr zu gelten. Rekord an Neuinfektionen melden die USA, Freitag 45.255 Fälle in 24 Stunden. Im nordöstlichen indischen Bundesstaat Assam verhängten die Behörden eine zweiwöchige Ausgangssperre für die Hauptstadt Guwahati. Gesundheitsminister Himanta Biswa Sarma rief die Einwohner auf Lebensmittel zu lagern und deutete einen möglichen strengeren Lockdown an. Positiv getestet auf Corona wurde der serbische VerteidigungsministerAleksandar Vulin ebenso wie die serbische Parlamentspräsidentin Maja Gojkovic. Ägypten lockert. Cafes, Clubs, Theater, Moscheen, Kirchen und Fitnessstudios dürfen öffnen. Freitagsgebete finden jedoch weiterhin nicht statt. Über 9.000 Covid-19-Tote in Peru. Passend zum Überschreiten der Marke verkündete die Regierung gestern die Beendigung der Ausgangssperre am kommenden Dienstag, nach mehr als 100 Tagen, jedenfalls für 18 der 25 Provinzen. Kinder unter 15 Jahre, Alte über 65 Jahre und Menschen mit Vorerkrankungen müssen weiterhin zu Hause bleiben. Fällt mir auf, Menschen mit Vorerkrankungen? War nicht jeder schon mal krank? Müssten dann nicht alle zuhause bleiben?

Heute: Berlin, Schankwirtschaft Baiz, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Falko Hennig, Spider, Roman Israel, Gott und Ahne, einer Anneliese-Hülschrath-Gedächtnis-Kolumne von unserem live aus Steglitz zugeschalteten Außenreporter Jürgen Witte, sowie den beiden quietschfidelen Superstargästen Robert Rescue (Weddinger Wirbelwind) und Marco Euent (Chansons zu kosmisch relevanten Themen, zum Beispiel Alltag) Karten reservieren unter reservierung-reformbuehne@web.de, außerdem Livestream-Übertragung (noch 3 mal)

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