Corona-Tagebuch 108

29. Juni 2020

Habe spontan entschieden ins Brandenburgische aufzubrechen und mich dort zu verstecken, also vor dem Internetz. Es gibt dort nämlich noch Gebiete, wo es kein Internetz gibt. Ja! Das sind dieselben Gebiete, wo sich auch Pfau und Wellensittich ‚Guten Appetit‘ wünschen, oder wie das heißt. Erstmalig wird damit, nach 108 Ausgaben, das Corona-Tagebuch hier unterbrochen. „Nimm das, Corona!“ Zumindest das elektronische Corona-Tagebuch wird unterbrochen, heimlich schreibe ich nämlich weiter, auf Pergament, mit Tintenkiel und eigenem Blut. Davon besitze ich genug. Also Blut. Noch. Hoffe, ihr könnt mit dieser Leere jetzt leben. Ist ja nicht für lange. Mal sehen, ob das Virus überhaupt noch existiert, wenn ich zurück kehre. Pünktlich zu meiner Flucht jedenfalls hat es noch mal alles gegeben und zwei wichtige Marken geknackt. Über 10 Millionen Menschen sind mittlerweile infiziert oder infiziert gewesen, weltweit, über 500.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Keine Ahnung, ob die Johns-Hopkins-Universität mein Verschwinden verkraftet. Die werden sich schon wundern, warum ich nicht mehr vorbei schaue, täglich, stündlich, mehrmals stündlich. Vielleicht schreibe ich ihnen schnell noch einen Brief, einen persönlichen, bevor mein Zug fährt. Sende ihnen ein paar liebe Worte. Auf Englisch. „I’m offline. Sorry. Dear Ahne“.

Tipp für heute: Früh eine Fremdsprache erlernen, dann kann man sich überall verständigen, zumindest überall da, wo diese Fremdsprache verstanden wird.

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Ein Kommentar zu “Corona-Tagebuch 108”

  1. 01

    Schöne Ferien wünsch ich, hoffentlich kommen wir ohne deine Statusmeldungen klar!
    Die Idee mit dem Verstecken ist gar nicht schlecht, wg. Virus.

    Roswitha am 29. Juni 2020 um 16:25

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