Corona-Tagebuch 117

11. Juli 2020

Was mache ich eigentlich, sollte aus irgend einem verrückten Grunde die Pandemie plötzlich vorbei sein? Ich klicke die Corona-Daten der Johns-Hopkins-Universität an und die Seite bleibt schwarz oder ist weg und trotzdem dreht sich die Erde weiter. Wüsste ich mit meiner Zeit noch etwas anzufangen? Wäre das Leben nicht entsetzlich leer? Vielleicht. So weit aber ist es ja noch nicht, also Augen zu und durch, beziehungsweise Augen auf und durch. Der französische Busfahrer ist gestorben, der von zwei Männern verprügelt wurde, weil diese in seinem Bus keine Maske aufsetzen wollten. Er befand sich seit Tagen hirntot im künstlichen Koma, nun erwirkten die Angehörigen die Abschaltung der Geräte. Vielleicht hätte man die Täter zwingen müssen die Geräte auszuschalten? Nein. Hätte man nicht. Belgien weitet seine Maskenpflicht aus. Bisher galt dort nur eine Maskenpflicht im ÖPNV, nun muss auch in Läden, Kinos, Kirchen, Bibliotheken und anderen öffentlichen Gebäuden ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die spanische Region Extremadura verhängt eine strenge Maskenpflicht. Personen über 6 Jahren müssen ab heute im Freien und in geschlossenen Räumen Maske tragen. Deutschland dagegen diskutiert weiter über die Abschaffung der Maskenpflicht. Laut Bundeswirtschaftsminister Altmeier könne diese aufgehoben werden, sinke die Zahl täglicher Neuinfektionen unter 100. Im Schnitt liegt sie zur Zeit zwischen 300 und 500 pro Tag. Lettland nimmt einen Teil seiner Lockerungen zurück. Kultur- und Freizeiteinrichtungen dürfen nur noch bis Mitternacht öffnen, in Bars und Restaurants Gäste zu maximal viert am Tisch sitzen. New York verlängert das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende September. Ausdrücklich ausgenommen davon bleiben Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt. Wasser auf die Mühlen von Verschwörungstheoretikern, meiner Meinung nach. Einen Rekordwert bei täglichen Neuinfektionen meldet Costa Rica, 649. Über 30.000 Covid-19-Tote in Frankreich, über 70.000 in Brasilien. Die erste Hinrichtung in den USA auf Bundesebene seit 17 Jahren wurde vorerst ausgesetzt. Grund sei, dass Hinterbliebene der Opfer jener Hinrichtung zwar beiwohnen wollten, jedoch Angst hätten, wegen der Corona-Pandemie zu reisen, erklärte die zuständige Richterin.

Tipp für heute: 8 Karten gibt es noch für die sonntägliche Reformbühne in der Baiz mit Susanne Riedel und Milena Reinecke und NAnogott und Spider und Falko und Frank und Jürgen und mich. Karten reservieren kann man unter: reservierung-reformbuehne@web.de.

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