Corona-Tagebuch 120

14. Juli 2020

Bei Konnopke unter der Hochbahn, also der Untergrundbahn, die an der Eberswalder Straße als Hochbahn verkehrt, habe ich gestern zwei Currywürste gegessen und dabei bemerkt, zwei sind zuviel, eine reicht locker. Ich wollte meiner Tochter demonstrieren, wie ein richtiger Berliner Currywurst ist, nicht geschnitten sondern ganz. Er lässt sie sich auf dem Teller servieren, nebenbei gut für die Umwelt, spart Müll, und dann dreht man beide Enden der Wurst, die nicht von Soße bedeckt sein dürfen, in entgegengesetzter Richtung, so dass die Wurst in der Mitte auseinanderbricht. Man benötigt keine Plastegabel und die Wurst bleibt schön warm. Immer hat jene Technik funktioniert, nur gestern wollte die Wurst einfach nicht auseinanderbrechen. Ich beschmierte mir die Pfoten und meine Tochter verkniff sich ein Lachen, weil sie ahnte, ich könne sonst richtig wütend werden. Wissen aus uralter Zeit gab ich nebenbei noch preis, erzählte wie viele Tauben hier einst anzutreffen waren, es sei nicht selten passiert, dass einem solch ein Gerät auf den Kopf kotete, wäre aber lange her, meinte ich mit Blick nach oben und wurde prompt bestraft, kein Taubenschiss, ein frecher Spatz kackte mir auf die Jacke. Bei Konnopke muss man jetzt an einer Luke, wo es früher belegte Schrippen und Boullion gab, bestellen, ausgehändigt bekommt man die Wurst an der anderen Luke. Corona sei Dank. In Moskau ist seit heute das Tragen einer Maske im Freien dir selbst überlassen. New York erlebte vorgestern den ersten Tag ohne Covid-19-Toten seit dem 11. März. Kalifornien hingegen verschärft die Corona-Beschränkungen. Bars, Kinos, Museen müssen schließen, Restaurants dürfen ihre Innenbereiche nicht mehr nutzen. England verhängt eine Maskenpflicht in Läden ab dem 24. Juli. In Hongkong müssen Nachtclubs, Schönheitssalons, Fitnessclubs und Karaoke-Bars schließen, ab Montag gilt eine Maskenpflicht im ÖPNV, öffentliche Versammlungen von mehr als 4 Personen sind verboten. Ein Lockdown für eine Woche wurde über die indische Millionenstadt Bangalore verhängt. Auch für einen Teil der philippinischen Hauptstadt Manila gilt ein Lockdown und für Teile der kolumbianischen Städte Medellin und Bogota. 2,5 Millionen der 8 Millionen Einwohner der kolumbianischen Hauptstadt Bogota dürfen ihre Häuser nur noch verlassen um Lebensmittel und Medikamente zu kaufen oder zum Arzt zu gehen. Der Verkauf von Alkohol wird an den Wochenenden verboten. Einen Rekordwert für Neuinfektionen meldet Israel, 1.681 Fälle am Tag. Über 7.000 Covid-19-Tote in Chile. Seit dem Corona-Lockdown wird Myanmars antike Königsstadt Bagan von Plünderern heimgesucht. 12 Tempel wurden bereits ausgeraubt, antike Münzen und Jadeschmuck gestohlen. „Als hier Touristen waren, gab es keine Plünderungen“ meint Myint Than, stellvertretender Leiter der Archäologiebehörde. Eine Schlagzeile noch, zum Schluss, über die man vor der Pandemie den Kopf geschüttelt hätte und über die man auch nach der Pandemie nur den Kopf schütteln dürfte, tagesschau.de titelt heute: „Österreich hebt Einreisebeschränkung für Gütersloh auf“.

Tipp für heute: Vielleicht hebt ja dann auch Gütersloh bald die Einreisebeschränkung für Österreich wieder auf.

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