Corona-Tagebuch 123
17. Juli 2020
Schlagartig fiel mir heute morgen auf, wir haben ja schon Mitte Juli. Dies lag daran, dass in der Küche so ein Abreißkalender hängt und ich den nur alle Jubeljahre mal von überflüssigen Blättern befreie. Mitte Juli. Normalerweise müsste jetzt bereits die Saison der Fußball-Bundesliga vorbei sein, aber 2020 ist ja nichts normal, Dank Corona. Wurde denn ein Meister ermittelt, 2019/2020? Hat es vielleicht mal ‚Fahrzeugtechnik Wolfsburg‘ geschafft? Oder ‚Brausepulver Leipzig‘? Oder wurde die Saison komplett anulliert? Deutschlandweit haben gestern die Bordelle auf ihre schwierige Lage aufmerksam gemacht, mit einem ‚Tag der offenen Tür‘. Wie viele Menschen diesen nutzten, wurde nicht bekannt gegeben. Auch nicht, was die Leute dort sollten. Durch die Räume flanieren? Sich mit den Hygiene-Bedingungen vertraut machen? Mal reden? Mit Mund-Nasen-Schutz? Ein Hilfspaket von 40 Millionen Euro will der Bund, nein, nicht den Puffs, sondern den Kinos zur Verfügung stellen. Jedes Kino kann bis zu 315.000 € beantragen, um mit dem Geld Umbaumaßnahmen zu finanzieren, die helfen sollen, das Infektionsrisiko beim Kinobesuch zu minimieren. Ob Sexkinos davon ebenfalls profitieren? Nach vier Monaten Corona-Pause dürfen Kirchen in Ruanda wieder öffnen, Schulen bleiben noch bis September geschlossen. Israel verschärft seine Maßnahmen. Versammlungen von mehr als 10 Personen in geschlossenen Räumen und mehr als 20 im Freien sind wieder verboten, Fitnessstudios müssen schließen, bis auf Supermärkte und Apotheken auch sämtliche Läden, allerdings nur am Wochenende. Auch der Zutritt zu den Stränden wird verwehrt, ab Freitag kommender Woche, klingt nach einem ausgeklügelten System. Rekord an Neuinfektionen meldet Tokio, 286 Fälle und die USA, 70.254 Fälle am Tag. Bis mindestens 20. August bleiben die Grenzen der USA zu Mexiko und Kanada geschlossen. Das Kreuzfahrtverbot dort wird bis Ende September verlängert. Lockdown im indischen Bundesstaat Goa. Ab Montag gilt in Frankreich eine strenge Maskenpflicht in allen geschlossenen, öffentlich zugänglichen, Räumen. In Venezuela verhängte Präsident Maduro eine radikale Quarantäne über die Hauptstadt Caracas. Nur im Gesundheitswesen, in der Telekommunikation und im Sicherheitsdienst darf noch gearbeitet werden, der Rest der Bevölkerung muss zuhause bleiben. Gilt das auch für den Präsidenten? Und wo bekommt man eigentlich sein Fressen her? Über 400 Covid-19-Tote in Nord-Mazedonien, über 6.000 in Kolumbien, über 25.000 in Indien, über 35.000 in Italien, über 75.000 in Brasilien. 93.000 Nerze müssen auf einer Zuchtfarm in Spanien getötet werden, weil 7 menschliche Mitarbeiter dort positiv auf das Virus getestet wurden. Von den Nerzen hatten sich 87% angesteckt. Zum Glück gibt es ja keinen Gott, der irgendwann einmal Gericht halten könnte. Oder ist da etwa jemand anderer Ansicht?
Tipp für heute: Toleranz predigen.
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