Corona-Tagebuch 133

27. Juli 2020

Geträumt, ich komme mit der S-Bahn von irgend woher zurück. Wir sind kurz vor Alexanderplatz, als bei jemandem hinter mir dessen Taschentelefon bimmelt, oder eher klonkt, so ein merkwürdiges Geräusch, für das es noch kein Wort gibt. Ich weiß, es ist die Corona-Warn-App, die ihm anzeigt, in seiner Nähe befinde sich eine infizierte Person. Ich kann die Nachricht mitlesen. Plötzlich stoppt die S-Bahn abrupt und wendet. Wir befinden uns jetzt auf einer Straße, Autobahn, und die S-Bahn ist ein Bus. Wir werden zu einer Sammelstelle gefahren. Ich denke: ‚Oh nein, jetzt müssen wir in 14-tägige Quarantäne, schönes Ding.‘ Aber irgendwie freue ich mich auch, keine Verpflichtungen, nichts schreiben, für nächste Auftritte. Vor der gestrigen Reformbühne, die übrigens dolle Spaß machte, unter anderem las Andreas Gläser einen Text auf Koreanisch und zwar richtig gut, als ob er das gelernt hätte, stöberte ich im Internet und erschrak, als ich mir die Kommentare dort durchlas, beim Hören von DAF. Habe überhaupt nicht mitbekommen, dass Gabi Delgado seit 4 Monaten bereits tot ist. Auf Wikipedia steht, er sei an „einer Art Herzinfarkt oder Kreislaufzusammenbruch“ gestorben. ‚Ich und die Wirklichkeit‘, mein Lieblingslied von ihnen. Hätte sie gerne mal live gesehen. Marokko riegelt wegen steigender Infektionszahlen mehrere Städte ab, darunter Casablanca. Nach drei (!) Neuinfektionen lassen die vietnamesischen Behörden 80.000 Touristen aus der Küstenstadt Da Nang ausfliegen. Vor zwei Tagen war dort erstmals seit 100 Tagen wieder jemand positiv auf das Virus getestet worden. Rekord an Neuinfektionen meldet Australien, 549 am Tag. Ab Mittwoch sind in Hongkong Treffen nur noch bis zu 2 Personen erlaubt. Über 100 Covid-19-Tote in Costa Rica, über 400 in El Salvador. Rio de Janeiro sagt die Silvesterparty an der Copacabana, zu der 3 Millionen Besucher erwartet wurden, ab. Sao Paulo sagt seine Karnevalsfeiern 2021 ab, beziehungsweise verschiebt sie auf unbestimmte Zeit. Vorschlag: Wie wäre es damit, die Karnevalsfeier 2021 auf 2022 zu verschieben? Spart Kosten.

Tipp für heute: Nicht immer nur ans Geld denken.

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2 Kommentare zu “Corona-Tagebuch 133”

  1. 01

    Danke, Ahne. Und weißte was das Schärfste ist? Florian Ludwig hat den koreanischen Text sogar erkannt bzw. richtig getippt: Zonenschläger(Mauerbau-Buchrückenseite).

    Andreas Gläser am 28. Juli 2020 um 17:05
  2. 02

    Ürre!

    Ahne am 28. Juli 2020 um 17:11

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