Corona-Tagebuch 134

28. Juli 2020

Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, ist die Stickoxid-Belastung während der Corona-Einschränkungen in deutschen Städten um ein Drittel gesunken. Keine Sorge, das wird wieder aufgeholt. Das ist wahrscheinlich längst schon wieder aufgeholt worden. Bei uns in der Gegend jedenfalls sind die Straßen bereits ganz normal wieder verstopft mit stinkenden Blechkarossen. In der Torstraße kann man zu Fuß an vielen Autos vorbei laufen, die da im Stau stehen. In ihnen sitzen häufig Frustrierte, welche weder nach links noch nach rechts gucken, schweigend an ihren Fingernägeln kauen. Wahrscheinlich verfluchen sie innerlich die da oben, die Radfahrer, die Ausländer, wen auch immer. Schlechte Nachrichten für alle, die auf Immunität nach überstandener Covid-19-Erkrankung hoffen. Der als erste deutsche Corona-Patient geltende Webasto-Mitarbeiter hat drei Monate nach seiner Ansteckung bereits keine schützenden Antikörper mehr in sich getragen, veröffentlichte seine Firma. Er war am 27.01. positiv getestet worden. Wegen steigender Infektionszahlen verhängt die kolumbianische Hauptstadt Bogota strenge Ausgangsbeschränkungen für Bewohner mit Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes. Auch Familienangehörige von Corona-Infizierten müssen seit gestern 14 Tage zuhause bleiben. Die belgische Stadt Antwerpen hat eine allgemeine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Außerdem sollen Menschen in ganz Belgien im nächsten Monat ihre Einkäufe alleine erledigen und auf eine halbe Stunde beschränken. Ob sich da die Leute dran halten? Und wie kontrolliert man so was? Elektronische Fußfessel? Vietnam kappt sämtliche Zug- und Flugverbindungen nach Da Nang wegen insgesamt 14 (!) Neuinfektionen. Über 100 Covid-19-Tote meldet Malawi, über 700 der Sudan, über 3.000 Argentinien, über 7.000 Südafrika. Zwei Corona-Rebellinnen, die sich auf dem Flug von Budapest nach München weigerten eine Mund-Nasen-Bedeckung aufzusetzen, stattdessen dem Kabinenchef den Mittelfinger zeigten, mussten nach Landung bei der Polizei ein Bußgeld von 1.000 € zahlen. Taten sie auch anstandslos und durften danach wieder gehen. Allerdings wartet noch ein Strafverfahren wegen Beleidigung auf sie. „Widerstand!“

Tipp für heute: Immer genügend Bargeld dabei haben.

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