Corona-Tagebuch 169

4. September 2020

Geträumt, ich sei bei einer Fernsehtalkshow einem Kreuzverhör ausgesetzt, in welchem ich mich erklären muss, warum ich so gerne Fußböden aufwische, je dreckiger desto besser. Verwirrender Traum. Vor allem, weil es ja wirklich nicht stimmt. Ich wische überhaupt nicht gerne Fußböden auf! Oder versuche ich da etwas zu verdrängen? Gönne ich mir eine heimliche Leidenschaft nicht? Sollte ich mich mal überwinden? Nein. Ich stehe zu meinen Verdrängungsmechanismen. Psychische Erkrankungen haben, laut einer Studie des Institutes für seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim, infolge des Lockdowns bei der Corona-Krise nicht zugenommen. Medienberichte, die eine globale und dramatische Zunahme durch Lockdown-Maßnahmen beschreiben, hätten sich nicht bestätigt. Es gäbe keine signifikante Zunahme bei Depressionen, Angst- und Essstörungen, sowie Alkoholmissbrauch. Allerdings sei die Studie nur repräsentiv für die Stadt Mannheim, schränken die Wissenschaftler ein. Deutschland meldet sinkende Fallzahlen bei den Neuinfektionen. Frankfurt am Main schafft die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen ab. In Sachsen/Anhalt dürfen Prostitutionsstätten wieder öffnen. Im Konzerthaus Dortmund fand das bundesweit erste, große Chorkonzert seit dem Lockdown statt. Knapp 90 Musiker und 700 Zuschauer befanden sich im Saal. Gespielt und gesungen wurde das Oratorium ‚Die Schöpfung‘ von Joseph Haydn. Dänemark möchte alle Grenzübergänge zu Deutschland und Schweden so schnell es geht wieder öffnen. Einen Rekord an Neuinfektionen meldet hingegen Tschechien, 650 Fälle am Tag. Gesundheitsminister Adam Vojtech, der sich wegen eines Corona-Falls im eigenen Umfeld selbst in Quarantäne befindet, kündigte „weitere Schutzmaßnahmen“ an. Oh nein, wir wollen übernächstes Wochenende doch in die Böhmische Schweiz. Hoffentlich schließen sie nicht die Berge. Und hoffentlich habe ich es nicht herbei geunkt, denn gestern verkündete ich hier noch fröhlich die 100 Tage, in denen es in Thailand keinen lokalen Corona-Ansteckungsfall gegeben hätte und prompt melden heute die Agenturen den ersten lokalen Ansteckungsfall seit 100 Tagen. Den ersten Corona-Todesfall seit dem 24. Mai meldet Neuseeland. Australien verlängert die Einreisesperre für Ausländer bis zum 17. Dezember. Israel beschließt einen Lockdown für 30 Orte um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Türkei untersagt Straßen- und Dorfhochzeiten, Verlobungs- und Beschneidungsfeiern im Freien. Trauungen können weiter auf dem Standesamt vorgenommen werden, allerdings sind Tanzen, Speisen und Getränke dort verboten, bis auf abgepacktes Wasser. In einem Hamburger Regionalzug hat ein Mann die Schaffnerin mit der Faust ins Gesicht geschlagen, nachdem sie ihn auf die Maskenpflicht hinwies. In Indonesien müssen erwischte Maskenverweigerer entweder umgerechnet 14 € zahlen, gemeinnützige Arbeit leisten oder sich eine Minute lang in einen Sarg legen. Die Behörden hoffen so, ihnen die möglicherweise tödlichen Folgen einer Infektion bewusst zu machen. Über 100 Covid-19-Tote meldet Kuba, über 200 Katar, über 300 Albanien, über 400 Venezuela, über 700 der Oman. Ein Elternpaar aus Jönköping/Schweden hat seine drei Kinder aus Angst vor der Corona-Pandemie vier Monate lang in der Wohnung eingesperrt. Die Kinder mussten in ihren Zimmern bleiben und durften auch untereinander keinen Kontakt haben. Laut Anwalt Mikael Svegfors wurden die zwischen 10 und 17-jährigen nun aus der Familie genommen. Dass sie auch ihre Wohnungstür zunagelten, bestreiten die Eltern jedoch.

Heute: Werneuchen, Alte Schmiede, 19:30 Uhr: ’52 Jahre Apfelsinenkisten‘ (Ahne liest, singt und trinkt) Zusatzauftritt nach dem ausverkauften vom 13. Juni, gibt wohl noch ein paar Karten, Open Air!

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