Corona-Tagebuch 176

14. September 2020

Unsere Sorge, dass, während wir durch die Wälder der Böhmischen Schweiz streifen, die Infektionszahlen in Tschechien so in die Höhe schießen könnten, weswegen wir nicht mehr zurück kämen, ohne in Quarantäne zu müssen, stellte sich zum Glück als unbegründet heraus. Dank der Umsicht der Prager womöglich, die sich, anders als in den Jahren zuvor, nicht gerade zahlreich zwischen Jetrichovice und Rumburk tummelten. Verpasst haben sie das Fest ‚450 Jahre Chribska‘ mit mobilen Plaste-Pissoirs für 4 Personen, im Freien, aufgestellt von der Firma ‚Johnny-Servis‘, wo sich jeweils immer zwei gegenüber stehen konnten und die Band ‚Destroyself‘. Letztere verpassten auch wir, erlebten nur Sabina Krovakova, die Nirvana-Grunge mit tschechischem Schlager verband, dabei ihre Stimme dermaßen presste, dass man besorgt sein muss, wie sie sich in drei Jahren wohl anhört. Hinterher schrieb sie Kindern Autogramme auf die Arme, bewacht vom grimmig dreinblickenden Security-Typen, dem ‚Koloss von Chribska‘, der aussah, als hätte man ihn extra für das Fest aufgeblasen. In den Wäldern gab es viele Steinpilze, mir blutete das Herz, nicht intensiver mich dem Jagdfieber widmen zu können, die anderen, dabei auch Andreas Gläser, alias DJ Baufresse, waren schon genervt, mussten ständig auf mich warten. Ich nahm nur junge Steinpilze mit, Maronen, Perl- und Schirmpilze ließ ich stehen, schweren Herzens. Unser Bierverbrauch nimmt von Jahr zu Jahr ab. Das Alter? In München demonstrierten mehr als 3.000 Menschen der Initiative ‚Querdenken 089‘ gegen die Corona-Maßnahmen. Erlaubt waren 500. Alles blieb friedlich. In Hannover erschienen 1.000, in Wiesbaden kam eine Teilnehmerschar im „hohen dreistelligen Bereich“ zusammen. In Melbourne demonstrierten etwa 250 Menschen gegen die dortigen Maßnahmen, 74 von ihnen wurden festgenommen. Fast ein Drittel! Auch in Neuseeland, wo ab dem 21.09. mit Ausnahme von Auckland sämtliche Beschränkungen aufgehoben werden, gab es eine ähnliche Demonstration, 100 Menschen kamen dort. Wo? In Auckland. Die polnische Variante, der mehrere Hundert Menschen folgten, demonstrierte unter dem Banner „Schluss mit der Pandemie – Genug der Lügen“. Erinnert mich an: „Ich will das nicht, ich will das nicht, ich will das nicht!“ Ob die Viren ein Einsehen haben? Falls die Pandemie vorbei sein sollte, heften sich garantiert nicht wenige der ‚Querdenker‘ das als Erfolg auf ihre Fahnen. In Palma auf Mallorca wurde ein Wohnviertel mit 23.000 Menschen abgeriegelt. Es darf nur zur Arbeit, zum Schul- oder Arztbesuch verlassen werden. Indonesien verschärft seine Maßnahmen, der öffentliche Verkehr wird begrenzt, Cafes und Restaurents dürfen lediglich Essen zum Mitnehmen anbieten. Österreich verhängt eine Maskenpflicht in allen Geschäften, öffentlichen Gebäuden und Schulen außerhalb der Klassenräume. Israel beschließt den erneuten Lockdown, ab Freitag für 3 Wochen. Schulen, Restaurants, Freizeiteinrichtungen, Einkaufszentren müssen schließen. Rekord an Neuinfektionen meldet Frankreich, 10.561 Fälle (Sonnabend bereits). Über 100 Covid-19-Tote in Gambia, Tunesien und Namibia, über 200 in den palästinensischen Gebieten, über 300 in Griechenland, über 500 in Paraguay, über 800 in Australien, über 1.000 in Äthiopien, über 2.000 in Honduras, über 4.000 auf den Philippinen, über 7.000 in der Türkei, über 8.000 im Irak, über 70.000 in Mexiko, über 130.000 in Brasilien. Gute Nachrichten aus New York. Durch die Corona-Krise finden Wohnungsbesitzer immer schwerer Mieter. Trotz rapide gesunkener Mietpreise, gäbe es in Manhattan so viel Leerstand wie noch nie, so der Analyst Jonathan Miller. Und wann erreicht der Mietverfall Berlin?

Tipp für heute: Noch ein Weilchen warten, bevor man sich nach ’ner neuen Wohnung umguckt.

Allgemein | Kommentare

2 Kommentare zu “Corona-Tagebuch 176”

  1. 01

    Tach Ahne, das war ein sehr schöner Ausflug, der nicht durch dein Verlorengehen getrübt werden sollte. Aber wenn wir mal einen Tagesausflug im Berliner C-Bereich machen, findest du auch alleine zurück. Mit sonnigen Grüßen.

    Andreas Gläser am 14. September 2020 um 16:15
  2. 02

    Jederzeit, wennick Zeit hab.

    Ahne am 14. September 2020 um 19:16

Kommentar schreiben

  •  
  •  
  •  

Verfolge neue Kommentare zu diesem Beitrag mit diesem Kommentar-Feed.

Kategorien