Corona-Tagebuch 188

26. September 2020

Schöne Lesung gestern im Pankower ‚Zimmer 16‘. Ausverkauft! Zugegeben, war jetzt bei 20 Menschen, die wegen der Corona-Beschränkungen rein durften, auch nicht so schwer. Trotzdem, ‚Ausverkauft!‘, liest sich immer prima. Kann man ja späteren Generationen einfach vorflunkern, man hätte früher ebenfalls vor 100.000 Leuten auftreten können, was die Pandemie leider nicht zuließ. Ja, was soll man klagen. So waren eben die Zeiten, Kind. Florida hebt sämtliche Beschränkungen für Bars, Restaurants, Fitnessstudios und „andere Unternehmen“ auf. Mit Hilfe von 4.400 Influencern möchte Bali wieder Touristen auf die indonesische Insel locken. Von Oktober bis November dürfen sie kostenlos dort umher reisen und im Rahmen der Kampagne „We love Bali“ in sozialen Medien von ihren Erfahrungen berichten. Bin ich nicht auch so was wie ein Influencer? Ach, vergaß, Jens Spahn rät ja, im Lande zu bleiben. Schade eigentlich. Für mehrere Städte in Wales sind Ausgangssperren angeordnet worden. Einwohner von beispielsweise Cardiff und Swansea dürfen ab Sonntagabend nur noch für Arbeit, Schulbesuch und aus „triftigen Gründen“ die Städte verlassen. Laut einer Studie, geleitet vom Londoner King’s College, seien 80% der befragten Briten, die in den letzten sieben Tagen Symptome wie Fieber, Husten oder Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns verspürten, nicht zuhause geblieben. Nur 11,9% von ihnen hätten sich um einen Corona-Test bemüht. Nach Einschätzung der Wissenschaftler könnte eine finanzielle Unterstützung in der Zeit der Quarantäne dazu führen, dass sich mehr Betroffene an die Regeln hielten. Steile These. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin habe eine Ausgangssperre für Einwohner über 65 Jahren angeordnet, berichtet tagesschau.de. Weiter unten im Text heißt es allerdings, Senioren sollen „so selten wie möglich Einkaufen gehen“ und „Spaziergänge bleiben in der russischen Hauptstadt jedoch erlaubt“. Ist das eine Ausgangssperre? Dänemark verlängert seine Corona-Beschränkungen bis 18. Oktober. Litauen führt eine Quarantäne-Pflicht für Deutsche ein, die darüber hinaus auch für Reisende aus Estland, Polen, Island und San Marino gilt. In Paris, Marseille und weiteren französischen Städten müssen Schwimmbäder, Fitnessstudios und Festhallen schließen. Hunderte Gastronomen haben in Marseille gegen die Ankündigung der Schließung sämtlicher Bars und Restaurants protestiert. Einige der Gastronomen drohten, sich der Schließung zu widersetzen. Rekorde an Neuinfektionen melden die Slowakei, 419 Fälle am Tag, Dänemark, 678 Fälle am Tag, Polen, 1.587 Fälle am Tag und Indonesien, 4.823 Fälle am Tag. Über 15.000 Covid-19-Tote in Argentinien, über 25.000 in Kolumbien, über 140.000 in Brasilien. UN-Generalsekretär Antonio Guterres in New York: „Die Pandemie ist ein eindeutiger Test für die internationale Zusammenarbeit, ein Test, den wir im Wesentlichen nicht bestanden haben.“ Ob ihm jemand zuhörte?

Heute: Berlin, Kinderzentrum Ottokar, 21:30 Uhr: Ahne liest, singt und trinkt eine Dreiviertelstunde im Rahmen der ‚Großen Familiennacht‘ (für weiter westlich Sozialisierte, eine Dreiviertelstunde entspricht Viertel vor einer Stunde)

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2 Kommentare zu “Corona-Tagebuch 188”

  1. 01

    jetzt aber: ich bin ganz westlich aufgewachsen(grenze zu luxemburg), dort sagt man auch dreiviertelstunde! heißt doch 3 x 15 minuten, drei viertel einer stunde…
    viel freude dabei und wieder ausverkauftes haus, ist ja prima, einen solidaritätszuschlag gibt es hoffentlich wegen der wenigen menschen.

    Roswitha am 26. September 2020 um 13:49
  2. 02

    Liebe Roswitha,

    Das war nur eine kleine Spitze Richtung ‚Viertel vor eins‘ oder ‚Viertel nach sechs‘, zu dem wir ja ‚Dreiviertel eins‘ und ‚Viertel sieben‘ sagen. Danke, für deine Wünsche.

    Gruß, Ahne

    Ahne am 26. September 2020 um 15:32

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