Corona-Tagebuch 191

29. September 2020

Die Einschläge rücken wieder näher. Alle Nase lang treffen sich irgendwelche Verantwortlichen um über mögliche Verschärfungen der Maßnahmen zu beraten. In Berlin und im Bundesgebiet. In den Niederlanden ist es bereits soweit. Dort müssen sämtliche Sportveranstaltungen erneut ohne Publikum auskommen, Cafes und Restaurants um 22 Uhr schließen, nur noch 30 Menschen insgesamt dürfen sich in einem Lokal befinden (im Freien 40) und zuhause soll man maximal 3 Personen zu Besuch haben. Lediglich empfohlen wird, von daheim zu arbeiten. Gesundheitsminister Hugo de Jonge: „Entweder wir schaffen es, die Zahl der Infizierten zu senken oder wir schaffen es nicht.“ Tja, allzu viele andere Möglichkeiten gibt es ja nicht, oder? Doch halt, es geht weiter. „Wenn nicht, dann sind härtere Maßnahmen nötig.“ Dies könne die Stilllegung des gesamten Gastronomie-, Sport- und Kultursektors bedeuten. Es gehe dann wieder Richtung Lockdown, so de Jonge. Merkt euch das, Kinder. In München wird bereits die Armee eingesetzt. Allerdings nur zur Büroarbeit, um Kontaktdaten bei Infektionsfällen zurück zu verfolgen. Moskauer Schülerinnen und Schüler bekommen wegen Corona längere Herbstferien. Sie dauern diesmal vom 5. bis 18. Oktober. Fernunterricht ist nicht geplant. Freizeiteinrichtungen für Kinder schließen ebenfalls. Den Corona-Impfstoff ‚Sputnik V‘ liefert Russland bereits nach Weißrussland, wo sich ab 1. Oktober Freiwillige impfen lassen können. Es ist das erste Mal, dass der Impfstoff im Ausland zum Einsatz kommt. In Sizilien beginnt morgen die Maskenpflicht im Freien. Sie gilt für alle über 6 Jahren und soll mindestens bis 30. Oktober dauern. Allerdings muss man sich lediglich eine Maske aufsetzen, wenn ein fremder Mensch in der Nähe ist. Bleibt die Frage, wie definiert man „fremd“. Ist der Nachbar ein „Fremder“? Jemand aus dem Nachbardorf? Oder sind nur Ausländer „Fremde“? Über 700 Covid-19-Tote meldet Kenia, über 800 Bulgarien, über 8.000 die Türkei, über 9.000 der Irak, über 205.000 die USA, über eine Million sind es weltweit. In Deveselu, einem Dorf in Süd-Rumänien, ist bei den Kommunalwahlen am Sonntag der Bürgermeister Ion Aliman wiedergewählt worden. Mit 1.057 von 1.600 Stimmen, ein Erdrutschsieg. Die Besonderheit, der Bürgermeister ist zehn Tage zuvor an Covid-19 verstorben. Nach seinem Tod war es zu spät gewesen, den Namen des Sozialdemokraten vom Stimmzettel zu nehmen. Er wäre am Wahltag 57 Jahre alt geworden.

Tipp für heute: Am Nachmittag soll die Sonne raus kommen, zumindest in Berlin.

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