Corona-Tagebuch 200

8. Oktober 2020

Mein traditioneller Abendspaziergang ließ mich gestern fast nostalgisch werden. So ruhig war es gegen 1 Uhr nachts zuletzt im April dieses Jahres, zumindest in meiner Umgebung. Die Sperrstunde scheint bereits zu wirken, obwohl sie noch gar nicht begonnen hat, gilt ja erst ab Sonntag. Auch sonst erinnert einiges an den Lockdown. Die Tochter muss nicht in die Schule, Bauarbeiten heißt es, danach schließen sich zwei Wochen Ferien an. Und gestern gab es kein Olivenöl in der Kaufhalle, jedenfalls nicht das Billige, auf welches ich schwöre, weil es nämlich so billig ist. Die Bundesregierung hat ganz Rumänien, Tunesien, Georgien und Jordanien, sowie weitere Regionen in sieben EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt. Gestrichen von der Liste wurde Korsika. Japan hebt das Reiseverbot für 12 Länder, darunter China, Australien, Neuseeland und Vietnam, auf. Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots ohne negativen Test dürfen von morgen an nicht mehr in bayrischen Hotels und Gaststätten übernachten. Gilt zum Beispiel für Friedrichshain, gilt nicht für Pankow. Ätsche, bätsche! Dänemark verlängert seine Corona-Maßnahmen bis Ende Oktober. Italien verlängert seinen Ausnahmezustand bis 31.01. 2021, führt für das ganze Land eine Maskenpflicht im Freien ein und wirbt trotzdem um Urlauber, gerade weil es so streng ist. Masochisten, wie wär ’s? In den Städten Glasgow und Edinburgh müssen alle Pubs schließen, im Rest Schottlands dürfen Gaststätten von 6 bis 18 Uhr öffnen, Alkohol gibt es aber nur noch im Außenbereich. Brüssel schließt alle Bars und Cafes. Die tunesische Hauptstadt Tunis verhängt wieder eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 20 und 5 Uhr, an den Wochenenden bereits ab 18 Uhr. Rekorde an Neuinfektionen melden Bulgarien, 437 Fälle am Tag, Polen, 3.003 Fälle am Tag, Tschechien, 5.335 Fälle am Tag, die Ukraine, 5.397 Fälle am Tag und Frankreich, 18.746 Fälle am Tag. In Sri Lanka sind in einer Bekleidungsfabrik, die bis August chirurgische Masken für die USA herstellte, 1.026 der insgesamt 1.700 Arbeiter mit Corona infiziert worden. Die Polizei hat in der Region und den angrenzenden Städten eine Ausgangssperre verhängt. Über 100 Covid-19-Tote in Litauen, über 500 in Myanmar, über 600 im Kosovo (der Verantwortliche für die Daten bei der Johns-Hopkins-Universität scheint aufgewacht zu sein, ein Sprung von 488 auf 638, gut geschlafen?), über 800 in Tschechien, über 1.000 im Oman, über 105.000 in Indien. „Gottes Segen“ sei es gewesen, dass Donald Trump an Corona erkrankte, so sieht es der amerikanische Präsident jedenfalls selbst. Nur so konnte er nämlich ein noch experimentelles Heilmittel der Biotech-Firma ‚Regeneron‘ kennen lernen, mit dem er behandelt wurde. Danach habe er sich „großartig“ gefühlt. Er will jetzt, „dass Sie bekommen, was ich bekommen habe – und ich werde es kostenlos machen.“ Es gebe „hunderttausende Dosen“ davon. Kokain? So neu ist das jetzt aber nicht.

Tipp für heute: Man kann auch ohne Drogen glücklich sein, also vielleicht.

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