Corona-Tagebuch 206

15. Oktober 2020

Im Warteraum beim Zahnarzt ist mir eine weitere Veränderung im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten aufgefallen. Macht jemand der Mitwartenden einen Witz, muss man laut lachen, um seine Anerkennung zu offenbaren, da ein Lächeln unter der Maske ja nicht zu sehen ist. Pure Stille wirkt peinlich. Wäre natürlich auch möglich, die Witzeerzählerin erkennt ein Lächeln an unseren Augen. Dann bitte ich vielmals um Entschuldigung. War sicher zu dumm ihren Witz zu verstehen. Beim gestrigen Corona-Gipfel zwischen der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten der Länder gab es viel Streit und kaum Ergebnisse. In Regionen mit stark steigenden Infektionszahlen soll es künftig eine Sperrstunde ab 23 Uhr geben, die Zahl der Teilnehmer an Veranstaltungen wird dann auf 100 begrenzt, bei Privatfeiern auf 15, oder auf 10 und es kann eine Maskenpflicht für Gebiete mit starker Frequentierung erlassen werden. Heißt mit anderen Worten, jedes Bundesland macht weiter was es will. Frankreich verhängt Ausgangssperren für Paris und 8 weitere Großstädte zwischen 21 und 6 Uhr. Katalonien mit der Hauptstadt Barcelona schließt ab Freitag für 15 Tage alle gastronomischen Einrichtungen, Einkaufszentren und Supermärkte müssen die Zahl der Kunden auf 30% Kapazität beschränken, Kinos und Theater auf 50%. Portugal hat den Corona-Katastrophenfall ausgerufen. Ab heute dürfen sich nur 5 Personen noch in der Öffentlichkeit versammeln, außerhalb der eigenen Wohnung gilt Maskenpflicht, auf Arbeit und in Schulen wird die Corona-Warn-APP Vorschrift. Das Parlament muss den Maßnahmen allerdings noch zustimmen. Die irische Regierung will Hausbesuche im ganzen Land verbieten. Hausbesuche? Von Ärzten? Nordirland schließt für 2 Wochen die Schulen und für 4 Wochen alle Restaurants. In Moskau wechseln die Klassenstufen 6 bis 11 ab Montag in den Fernunterricht. Der Iran verhängt ein Ein- und Ausreiseverbot für die Hauptstadt Teheran und 4 weitere Großstädte. Beides gilt lediglich für Privatfahrzeuge, mit Zug, Bus und Bahn darf man weiter hin und her. Schlimm ist die Situation in Argentinien, dort führten strenge Maßnahmen, die es seit dem Frühling gab, erst zu einem massiven Wirtschaftseinbruch, anschließend breitete sich das Coronavirus trotzdem rasant aus. Zehntausende demonstrierten vergangene Woche in Buenos Aires gegen die Regierung. Tschechien kündigte an rund 4.000 Krankenhausbetten zu kaufen, um in beispielsweise Messehallen Behelfseinrichtungen für einen möglichen Ansturm zu bauen. Ministerpräsident Andrej Babis: „Die Zahlen sind katastrophal – es eilt wirklich sehr.“ Rekorde bei Neuinfektionen melden Malta, 111 Fälle am Tag, Slowenien, 707 Fälle am Tag, Kroatien, 748 Fälle am Tag, Österreich, 1.346 Fälle am Tag, Portugal, 2.072 Fälle am Tag, Rumänien, 4.016 Fälle am Tag, der Iran, 4.830 Fälle am Tag, Deutschland, 6.638 Fälle am Tag, Italien, 7.332 Fälle am Tag, Tschechien 9.544 Fälle am Tag und Russland, 14.231 Fälle am Tag. Über 500 Covid-19-Tote in Tunesien, über 700 in Myanmar, über 900 in El Salvador, über 9.000 in der Türkei, über 10.000 im Irak. Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern: „Gerade die Jugend ist es, an die wir jetzt auch appellieren müssen, lieber heute auf ’n paar Feten und Feiern und Partys zu verzichten, um morgen und übermorgen gut leben zu können.“ Ach ja, wenn es nur so einfach wäre.

Tipp für heute: Die wahre Party ist für jeden Deutschen doch sowieso die Arbeit.

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2 Kommentare zu “Corona-Tagebuch 206”

  1. 01

    was ist eigentlich mit fussball? besuche von spielen in ungarn, im land…
    gilt wg. geldüberschuss für diese menschen garnichts ausser geldverdienen? test für ärzte und pflegepersonal verbrauchen o.k.?
    grösste ansammlungen nach der rückkehr vom spiel in münchen auf der strasse, o.k.?

    Roswitha am 15. Oktober 2020 um 21:25
  2. 02

    Ich weiß nicht, ob es was bringt, das Eine jetzt gegen das Andere auszuspielen.

    Ahne am 17. Oktober 2020 um 16:45

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