Corona-Tagebuch 125

24. Oktober 2020

Es gibt auch Gefahren ohne Viren-Bezug. Heute in der S-Bahn erlebt, eine Frau erhebt sich kurz von ihrem Klappsitz um zu gucken welche Station als nächstes auf dem elektronischen Laufband erscheint, hat aber nicht mit gerechnet, dass der Klappsitz seiner Bestimmung nachkommt und hochklappt. Beim erneuten Hinsetzversuch plumpst sie voll auf den Boden. Ist aber zum Glück nichts passiert, kein Beckenbodenbruch oder so was. Schöne Lesung gestern in der Zionskirche, obwohl es arg kalt da drin war und man sich sein Bier selber mitbringen musste. Wein dagegen gab es, voll ungerecht, aber okay, Kirche, Blut von Jesus? Wird sicher was damit zu tun haben. Hunderte Künstler haben in München für mehr finanzielle Hilfe in der Krise demonstriert. Bei einer Protestdemo gegen die Corona-Maßnahmen im australischen Melbourne kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, Tränengas wurde eingesetzt, 16 Menschen festgenommen. In Neapel kam es bei Protesten von Hunderten Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen zu Ausschreitungen. Steine und Rauchbomben wurden geworfen. Die süditalienische Region Kampanien verhängt einen Lockdown. Der Präsident der Region, Vincenzo de Luca: „Wir müssen alles schließen, ausgenommen die Unternehmen, die wichtige Güter produzieren und transportieren.“ Mehrere „beliebte“ Plätze in Rom wurden Freitag und Sonnabend von 9 Uhr bis Mitternacht wegen steigender Infektionszahlen gesperrt. In Sofia müssen Nachtclubs und Diskotheken für zwei Wochen schließen. Dänemark schließt seine Grenzen für Urlauber. Belgien schließt für vier Wochen alle Freizeitparks. In Luxemburg gilt ein Versammlungsverbot über 4 Personen und eine nächtliche Ausgangssperre von 23 bis 6 Uhr. In der Slowakei dürfen bis zum 1. November die Menschen ihre Wochnungen nur noch für den Weg zur Arbeit, für Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche verlassen. In Wales dürfen Supermärkte nur noch „essenzielle Waren“ verkaufen. Regale mit Wasserkochern und Mikrowellen, Textilien, Postkarten oder Geschirr müssen mit Plastefolien oder anderen Barrieren abgesperrt werden. Rekorde bei Neuinfektionen melden Lettland, 250, Litauen, 442, Österreich, 2.571, die Slowakei, 2.581, die Schweiz, 6.634, Polen, 13.632, Deutschland, 14.714, Belgien, 15.432, Tschechien, 15.852, Russland, 17.340, Italien, 19.143, Großbritannien, 21.242 und die USA, 83.757. Über 500 Covid-19-Tote in Jordanien, über 700 in Dänemark, über 7.000 in den Niederlanden, über 10.000 in Deutschland. Die niedersächsische Landesregierung bittet die Bevölkerung ein Kontakttagebuch zu führen. Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) zur Zeitschrift ‚Der Spiegel‘: „Ich fordere alle auf sich abends kurz hinzusetzen und sich Notizen darüber zu machen, wen sie im Laufe des Tages getroffen haben.“

Tipp für heute: Sämtliche Menschen, die man so trifft, fragen, wie sie eigentlich heißen.

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2 Kommentare zu “Corona-Tagebuch 125”

  1. 01

    das nach dem namen fragen stimmt, geht mir öfters so. da kenne ich nur den vornamen und kann nicht anrufen…
    wie soll man das buch führen?

    Roswitha am 25. Oktober 2020 um 09:12
  2. 02

    Ich glaube, man kann es mit der Kontrolle auch übertreiben. Allerdings längere Gespräche, mit einem bekannten Personen, dies sich zu notieren, dürfte vermutlich nicht schaden. Ist nebenbei bemerkt auch ganz gut für einen selber, da bei älteren Semestern wie mir zum Beispiel, das Gedächtnis einen schon ab und zu im Stich lässt.

    Ahne am 25. Oktober 2020 um 09:41

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