Corona-Tagebuch 144

12. November 2020

Mit Herrn Gläser am hässlichen Stierbrunnen getroffen, anlässlich des Sankt-Martin-Tages, zu einem kleinen Laternenumzug. Unsere Laternen hatten wir zwar vergessen, dafür ein paar Bierflaschen dabei, die leider nicht leuchteten. Später wollten wir noch was zum Abendbrot holen und suchten einen Döner-Imbiss auf, welcher nach den Erfindern des Döners ‚Max & Moritz‘ benannt worden war. Dialog zwischen Herrn Gläser und dem dortigen Chef vom Dienst (Gedächtnis-Protokoll): „Ich hätte gerne zwei Schawarma.“ „Ham wir nich, das is Döner.“ „Aha. Dann zwei vegetarische Döner.“ „Schawarma is aber auch Fleisch.“ „Dann bitte zwei Halloumi.“ Trotz eines Verbotes demonstrierten gestern tausende polnische Nationalisten in Warschau beim „Unabhängigkeitsmarsch“ gegen „linke Politik“, wozu sie Gleichberechtigung für Homosexuelle und ein Abtreibungsrecht für Frauen zählen. Pyrotechnik wurde gezündet, es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. In Hamburg demonstrierten circa 650 Menschen weitgehend friedlich gegen die Corona-Maßnahmen in Deutschland. Der nordrhein/westfälische Vorsitzende der Polizeigewerkschaft (GdP) Michael Mertens äußerte sich gegenüber der ‚Rheinischen Post‘ zu Gewaltbereitschaft: „Wenn die Maßnahmen über den November hinaus gehen sollten, werden wir wohl keine friedlichen Weihnachten erleben.“ Polizisten würden schon jetzt die Aggressivität zu spüren bekommen. „Immer häufiger werden meine Kollegen bei Einsätzen angespuckt. In Corona-Zeiten kommt das Anhusten dazu. Das Anhusten ist das neue Spucken.“ Muss demnächst bei Fußballübertragungen mal drauf achten, ob mehr angehustet wird. Ab Freitag gilt in Griechenland eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. In der Türkei darf auf Plätzen und an Orten, wo viele Menschen unterwegs sind, künftig nicht mehr geraucht werden. Menschen über 65 sollen in Ankara und Istanbul ihr Haus nur noch zwischen 10 und 16 Uhr verlassen. Die slowakische Regierung hat den Corona-Notstand bis 29.12. verlängert. In Schweden wird der Verkauf von Alkohol ab 22 Uhr verboten. Wer ab dem 23.11. nach Spanien reisen will, muss einen aktuell negativen Corona-Test vorweisen. Ab Freitag schließen im Bundesstaat New York wegen steigender Infektionszahlen Bars, Restaurants und Fitnessstudios wieder 22 Uhr, private Treffen mit mehr als 10 Personen sind verboten. Einen Rekord an Neuinfektionen meldet die Ukraine, 11.057 Fälle am Tag. Sinkende Infektionszahlen hingegen in Luxemburg und den Niederlanden. Der russische Staatsfonds (RDIF) teilt unter Berufung auf Zwischenergebnisse einer Studie mit, dass der russische Impfstoff ‚Sputnik V‘ eine 92%-ige Wirksamkeit beim Schutz vor Covid-19 habe, 2% mehr also noch, als der von Biontech und Pfizer. Hurra, hurra, hurra! Über 100 Covid-19-Tote meldet Mocambique, über 900 Griechenland, über 20.000 Südafrika, über 40.000 Spanien, über 50.000 Großbritannien, über 240.000 die USA. Der nordrhein/westfälische Ministerpräsident Armin Laschet wendet sich laut tagesschau.de gegen Denunziantentum in der Corona-Krise, wünscht sich aber zugleich bei groben Verstößen gegen die geltenden Einschränkungen Hinweise aus der Bevölkerung. Ja, wichtig, Herr Laschet, die Wortwahl.

Tipp für heute: Für sich selbst heraus finden, was „grob“ ist.

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2 Kommentare zu “Corona-Tagebuch 144”

  1. 01

    Ja, war ein schöner Abend. Demnächst gerne bei Konnopke auf ne Grilletta.

    Andreas Gläser am 12. November 2020 um 20:29
  2. 02

    Machen wa.

    Ahne am 13. November 2020 um 14:49

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