Corona-Tagebuch 147

15. November 2020

Gestern in der Schlange vor dem Bäcker, eine Frau mit Mundschutz beschwert sich, die Frau und das Kind hinter ihr hielten den Mindestabstand nicht ein. Daraufhin schaltet sich die Frau dahinter ein, mokiert sich insgesamt über Corona-Maßnahmen und die Maskenpflicht, die Menschen würden wieder auseinandergebracht, „schlimmer als zu Ost-Zeiten“, „überall Denunzianten“, „in der DDR wussten wir wenigstens noch wer bei der Stasi war“. Worauf die auf Abstand bedachte Frau entgegnet: „Ich bin nicht in der DDR aufgewachsen. Ich kenne das nicht.“ Was ihr die Reaktion: „Na, dann können sie ja gar nicht mitreden“ einbringt. Die Restlichen in der Schlange verdrehen genervt die Augen, inklusive mir. Eine Farce, das Fußballspiel der so genannten UEFA-Nations-League zwischen Deutschland und der Ukraine gestern in Leipzig. Freitag noch waren 4 ukrainische Spieler und ein Betreuer positiv auf das Virus getestet worden. Daraufhin stellte man nicht etwa die Mannschaft unter Quarantäne und sagte das Spiel ab, sondern testete schnell den Rest am Sonnabend, negativ, und nudelte das Spiel durch, Ergebnis: egal. Das Gesundheitsamt Leipzig gab bekannt, die infizierten Spieler und der Betreuer hätten keinerlei Kontakt zu den anderen gehabt. Klingt vertrauenswürdig. Die Entscheidung, das Spiel auszutragen, traf übrigens nicht das Gesundheitsamt sondern die UEFA selbst. Dass hier irgendwelche Übertragungsrechtegelder eine Rolle spielten, kann man wohl ausschließen. In Frankfurt/Main löste die Polizei eine Querdenker-Demo auf und ging gegen blockierende Gegendemonstranten mit Wasserwerfern vor. In Bonn versammelten sich trotz Verbotes 400 Kritiker der Corona-Maßnahmen in der Innenstadt. Ausgestattet mit weißen Schutzanzügen, weißen Masken und umgehängten Schildern wo Sprüche wie ‚Unterwerft euch‘, ‚Keine Fragen stellen‘ oder ‚Vertraut den Banken‘ zu lesen waren, führten in den letzten Tagen „Aktivisten“ der Querdenker unter anderem in Aachen, Augsburg und Leipzig Flashmobs durch. Nach Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes ‚Kantar‘ im Auftrag der ‚Bild am Sonntag‘ gaben 78% der Befragten an, die Restaurants sollten im Dezember wieder öffnen, 18% wollen sie lieber geschlossen lassen. Kultureinrichtungen waren nicht ganz so wichtig, da lautete das Stimmungsbild 68% zu 28%. 67% gaben übrigens an, dass sie der Teil-Lockdown wenig (48%) oder gar nicht (19%) belastet. Wirtschaftminister Altmaier: „Wir werden zumindest in den nächsten 4 bis 5 Monaten mit erheblichen Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen leben müssen.“ Weltärztepräsident Frank-Ulrich Montgomery: „Wir werden also, das ist meine Prognose, eher über weitere Einschränkungen reden müssen als über Lockerungen.“ Baden/Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Es geht also derzeit um sehr viel mehr als um Weihnachten.“ In Griechenland bleiben ab Montag Schulen und Kindergärten geschlossen, Demonstrationen zum 47. Jahrestag des Aufstandes gegen die faschistische Militärdiktatur wurden für die nächsten drei Tage untersagt. In Italien gelten mittlerweile 7 Regionen als ‚Rote Zone‘, in denen nahezu ein Lockdown herrscht. Österreich macht ab Montag einen solchen. Schulen und Kindergärten werden geschlossen, ebenso alle Geschäfte, bis auf Lebensmittel und Apotheken. Bürger sollen zuhause bleiben, Ausnahme Weg zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkauf. Rekorde an Neuinfektionen melden Japan, 1.731, die Ukraine, 12.524, Russland, 22.702 und die USA, 184.514. Über 500 Covid-19-Tote verzeichnet die Slowakei, über 700 Georgien, über 800 der Libanon, über 1.000 Kroatien und Griechenland, über 2.000 Moldawien, über 3.000 Ungarn, über 6.000 Tschechien, über 10.000 Polen, über 35.000 Peru, über 165.000 Brasilien, über 245.000 die USA. Finnland ist mittlerweile das einzige europäische Land, welches von der Bundesregierung nicht als Risikogebiet eingestuft wird. Humppa!

Heute: Weltweit, Facebook-Kanal, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt aus den Waran-Werkstätten-Wedding mit Susanne Riedel, Spider, Heiko Werning, Falko Hennig, Technik-Held Frank Sorge, zugeschaltet aus Steglitz mit der legendären Anneliese-Hülschrath-Gedächtniskolumne Jürgen Witte, Gott und mich, sowie aus München per Video Titus Waldenfels (Bavarian King of Gitarre) und Petra Lewi (Singende Säge). Spenden bitte per Pay Pal reformbuehne@gmail.com oder klassisch Heiko Werning IBAN: DE78 100 500 00 0310264790

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