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Das Weihnachtswunder

23. Dezember 2025

‚Oh nein, die eine Spinne ist abgestürzt, sieht aus wie tot‘ dachte ich. Sie lag reglos auf dem Fensterbrett, hatte zuvor immer im rechten oberen Eck meines Fensters gebammelt, hübsch eingesponnen in eine Art Kokon, ein milchiges Kokon. Ich schalt mich einen Tierquäler, weil ich nicht dafür gesorgt hatte, dass genügend Insekten durchs Zimmer flattern, ein paar Fliegen wenigstens, oder Kleidermotten, wäre mit ein wenig gutem Willen sicher möglich gewesen, einfach paar Lebensmittelreste liegen lassen oder diverse Schafwollpullover mit verräterischen Löchern von der Straße auflesen und im Schrank verstauen. ‚Na ja‘, dachte ich ‚der Kreislauf des Lebens eben. Sind noch andere Spinnen im Zimmer, zum Glück. Die an der Lampe, die am Blumentopf und die beiden Süßen, die ihr Netz zwischen den Stuhlbeinen gesponnen haben.‘ Bevor ich in die Küche gehen konnte, um den Handfeger zu holen, stupste ich die tote Spinne noch mal mit meinem Kugelschreiber an, und, siehe da, sie krabbelte plötzlich, wie von der Tarantel (ha ha!) gestochen, los, in einem Affenzahn, hollahi hollaho. Danke, lieber Weihnachtsmann, für dieses Weihnachtswunder, ich glaube wieder an dich.

Tipp für heute: Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben sollten, die Tage sind wieder länger geworden, bis zu 2,5 Meter.

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Nächstes Mal bestelle ich ‚Geronimos Cadillac‘ und ‚Halber Mensch‘ von den Neubauten

21. Dezember 2025

Mir gestern beim DJ hintereinander Modern Talking ‚Your my heart, your my soul‘ und Motörhead ‚Ace of spades‘ gewünscht und auch bekommen. Dachte, ich brächte so etwas Schwung in den Laden, weil ja gesagt worden war, es würde hauptsächlich „Achtziger“ laufen. Und, was soll ich sagen, voller Erfolg, denke ich. Außer mir tummelten sich noch zwei weitere Personen auf der Tanzfläche. Shake it! Hauptsache es groovt.

Heute: Berlin, Schankwirtschaft Baiz, 19 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Heiko Werning, Susanne M. Riedel, Frank Sorge, Andreas ‚Spider‘ Krenzke, Falko Hennig, Gott und mich, sowie dem Superstargast Sebastian Krämer (Gewinner des ‚Kärntner Kleinkunstdrachen‘)

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Poesie zum Träumen (160)

19. Dezember 2025

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

Himmel brennt

Straße nass

im Moment

trocknet später

jede Wette

ab ins Bette

Tipp für heute: Wecker nicht stellen.

 

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Hurra!

18. Dezember 2025

Was wir erwarten können, wenn auch bei uns endlich mal wieder eine „geistig-moralische Wende“ kommt, lässt die jüngste ‚Rede an die Nation‘ des bösen Möhrenmannes erahnen. Während seiner Amtszeit seien die Preise für Medikamente „teils um bis zu 600% gesunken“ teilte er allen US-Amerikanerinnen und -Amerikanern sowie der verblüfften Weltöffentlichkeit mit. Der Sieg über die Mathematik, er ist möglich.

Tipp für heute: Mir würde es ja schon reichen, wenn die Preise für alles Mögliche um 100% zurückgehen würden.

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Neue Ideen

17. Dezember 2025

Das „Bürgergeld“ soll jetzt also „Grundsicherung“ heißen. Na bitte. Ein Ruck geht durch Deutschland, da wackelt der Baum. Also der Weihnachtsbaum. Gestern ist schon mal ein Zug pünktlich angekommen. Nämlich mein Zug. Er zuckelte eine Minute eher in den Bahnhof von Chosebuz-City als nach Fahrplan vorgesehen. Da standen wir in den Gängen und klatschten. Alle! Alle Passagierinnen und Passagiere. Wir hatten Tränen in den Augen, waren gerührt. Wenn wir wirklich wollen, können wir es schaffen, wurde uns in diesem Augenblick bewusst. Ich weiß jetzt auch, was ich mal machen werde, wenn das mit dem Schreiben nichts mehr einbringen sollte. Kann ja verstehen, dass, in Zeiten wie diesen, in diesen harten Zeiten, diesen ultraharten Zeiten, nach dieser Zeitenwende, dieser extremen, dass da kein Geld mehr übrig ist, für Kulturquatsch. Ich werde Weihnachtsbaumverkäufer, hab ich mir überlegt. Da hing gestern in dieser Cottbuser Kaufhalle nämlich ein Zettel am Brett, dass sie da noch jemanden suchen würden. Vielleicht mache ich sogar einen eigenen Weihnachtsbaumladen auf? Den ersten Weihnachtsbaumladen, der das ganze Jahr über Weihnachtsbäume anbietet? Gibt noch keinen, glaube ich. Eine Marktlücke. Was wir brauchen sind Ideen, Leute!

Heute: Cottbus, Gladhouse, 20:30 Uhr: Lesebühne Cottbus mit Daniel Ratthei, Udo Tiffert, Matthias Heine und den Gästen: Kneipenchor Cottbus sowie mich

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Daßuhelernt

14. Dezember 2025

So lange wir leben, lernen wir dazu. Gestern in Rummelsburg, in der Erlöserkirche gewesen (ja, dit is die, die wir früher Alösa nannten, mit die zwee Kreise um die zwee A’s rum, wegen Punk und so) und da fand ein Punkrock.., nein, ein Chorkonzert statt mit Orchester und Rappern, beziehungsweise Rezitativen, so hießen die. Das Konzert nannte sich Weihnachtsoratorium (Kantaten I bis III) und wurde 1734 von einem gewissen Johann Sebastian Bach komponiert und getextet. Ich lernte, dass Trinker, die müssen dazumal eher gottesfürchtig gewesen sein und die Folgen des Alkoholrausches durften noch gepriesen werden. Oder wie anders soll jener Chorus zu verstehen sein: „Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen“?

Heute: Berlin, Schankwirtschaft Baiz, 19 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Susanne M. Riedel, Heiko Werning, Andreas ‚Spider‘ Krenzke, Falko Hennig, Gott und mich, sowie dem Superstargast Tim von Veh (sächsische Schmunzelsongs)

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Mit Geduld und Spucke

9. Dezember 2025

Bei mir umme Ecke haben sie auf einem Spielplatz in der Zehdenicker/Ecke/Christinenstraße eine kleine Rutsche hingestellt, an einem einzigen Tag! Eine kleine bunte Rutsche, wie sie Kinder lieben, aber auch Erwachsene, zum Beispiel ich, denn ich rutsche gerne und mangels Schnee, den es hier im Winter nicht mehr gibt, leider, gehe ich manchmal im Dunkeln heimlich auf Kinderspielplätze um dort eine Rutsche hinunterzurutschen. Nur eine Kleine, eine Kleine reicht mir. Warum ich das schreibe? Ich wollte darauf verweisen, es geht, manchmal geht es, sogar schnell. Es soll eine Art Ermutigung sein für jene, die sich zur Zeit mit der Sanierung von U-Bahnhöfen oder dem Ausbau des Straßenbahnnetzes beschäftigen. Ihr schafft das, irgendwann schafft ihr das. Ich drücke fleißig die Daumen.

Tipp für heute: Die 12 Jahre, die die Sanierung des U-Bahnhofes Seestraße inzwischen benötigt, oder die mittlerweile auch schon wieder 3 Jahre (geplant waren ursprünglich 3 Monate) für die Sanierung des U-Bahnhofes Senefelderplatz, sind im Vergleich zur Menschheitsgeschichte doch ein Klacks.

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Sätze seltsamer Schönheit (172)

7. Dezember 2025

„Im Winter vertrocknen die meisten Menschen.“ Andreas ‚Spider‘ Krenzke

Heute: Berlin, Schankwirtschaft Baiz, 19 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Susanne M. Riedel (back from Kreativpause!), Heiko Werning, Andreas ‚Spider‘ Krenzke, Frank Sorge, Falko Hennig, Gott und mich, sowie dem Superstargast Lutz Drenkwitz (Countrybluespunkrockeinmannliedermacherband aus Bremen!)

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Brot und Spiele

6. Dezember 2025

Ja, man könnte sich darüber aufregen, dass der böse Möhrenmann vom Weltfußballchef den neu geschaffenen ‚Friedenspreis‘ überreicht bekommen hat, just in jenem Moment, wo dieser einen neuen Krieg, Verzeihung eine „Spezialoperation“, plant, startet, oder bereits gestartet hat. Tue ich nicht. Zu abgestumpft. Schiebe alles von mir, was die gute Laune verderben könnte. Freue mich lieber auf das „größte Fußballereignis aller Zeiten“, ach was, das „größte Ereignis in der Geschichte der Menschheit“. Reicht noch nicht? Gut, dann eben „das größte Ereignis, dass die Menschheit jemals erleben wird“. Und wer jetzt einwirft, dies mache ihm ein wenig Sorgen, wenn der beste Busenfreund des bösen Möhrenmannes ein anstehendes Fußballturnier quasi mit dem Ende der Geschichte der Menschheit verbindet, dem rufe ich entrückt entgegen: „Chalalalala, Schiri, wir wissen wo dein Auto steht!“

Heute: Berlin, Alte Kantine, 20 Uhr: Kantinenlesen mit Isobel Markus, Meikel Neid, Volker Surmann, Dan Richter und mich

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Und?

5. Dezember 2025

Gestern den Literaturbetrieb gerettet. Einfach nur indem ich da war. Bitteschön. Und was macht die Gesellschaft für Deutsche Sprache? Sie ruft ein Wort zum ‚Wort des Jahres‘ aus. ‚KI-Ära‘. Nie gehört. Sagen das Jugendliche? ‚KI‘ ist eine Abkürzung für ‚Künstliche Intelligenz‘, das weiß ich und ‚Ära‘ bedeutet ‚zeitgeschichtliche Periode‘. Na ja. Vielleicht gab es keine interessanteren Wörter dieses Jahr? Ich würde mich über die Ehrung für ein häufig verwendetes Wort mal freuen. Zum Beispiel ‚und‘. Das fände ich gut, wenn das Wörtchen ‚und‘ mal zum ‚Wort des Jahres‘ gewählt werden würde. Denn ‚und‘ verbindet, doch, doch.

Tipp für heute: Dem- oder derjenigen, die oder der das Wort(?) ‚Land gegen Frieden‘ in die engere Auswahl zum Wort des Jahres brachte, vielleicht mal erklären, was der Unterschied zwischen einem Wort und drei Worten ist.

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