Startseite
9. Februar 2024
Ich finde es nicht weiter schlimm, wenn sich Präsidenten schlecht erinnern können, vieles durcheinander bringen und ständig Leute miteinander verwechseln, so wie Joe Biden, der gestern den ägyptischen Diktator al-Sisi zum Präsidenten von Mexiko erkärte. Meine Güte, was habe ich schon alles verwechselt und vergessen. Neulich erst ist mir das Brotmesser aus der Hand gefallen und beim Aufheben bemerkte ich, es war gar kein Brotmesser, sondern eine Taschenlampe. Und ich bin noch keine 80 Jahre alt. Oder doch? Na jedenfalls, was wollte ich sagen? Ach so, ja, es wäre vielleicht von Vorteil, wenn solche Präsidenten wie Joe Biden oder wie ich, wenn die keine wichtigen Entscheidungen treffen müssten. Man könnte ihnen doch irgendwelchen Krimskrams auf den Schreibtisch legen, den sie unterschreiben sollen. Nur so ’ne Idee. Ist nicht von mir. Oder doch?
Tipp für heute: Der Andere, dessen Name mir gerade entfallen ist, ist noch schlechter.
Ahne |
Allgemein |
8. Februar 2024
Weil ich mit meinem neuen Kackbuch nich weiter komme, stöbere ich im Internetz nach etwas, dem ich die Schuld dafür geben könnte. Aber, ich werde nicht fündig. Das macht mich richtig wütend. Ich esse die ganze Dose mit den Keksen auf, die mir Mutti, extra für solche Extremsituationen (eigentlich sollte ich sie mit Menschen teilen, die wenig Kekse haben, aber ich gebe nicht gerne ab) gebacken hatte. Danach geht es mir noch schlechter. Ich hatte vier Wochen lang trainiert, den Bauch wegzubekommen. Er war auch fast weg. Zumindest war er nicht mehr ganz so dick. Er war nur noch 40 cm. Jetzt ist er wieder auf ein Meter achtzig angeschwollen. Ich bin dick wie groß. Zum Glück bin ich kein Würfel. Dann würden sie Punkte auf mich malen. Oder ein Ball. Dann würden sie gegen mich gegen treten. Letzten Endes sollte ich froh sein wie es ist und mich dem Kackbuch wieder widmen. Oder ich guck mal im Tiefkühlfach, ob das noch funktioniert. Hmm. Funktioniert.
Tipp für heute: Wieder erhältlich, die Vinyl-Single von ‚Tina has never had a Teddybear‘. Leider mit einer Neuabmischung des namensgebenden Songs, dafür aber mit der Originalversion des Super-Abtanzkrachers ‚He ’s coming back‘, der damals für das Ende der DDR verantwortlich war.
Ahne |
Allgemein |
7. Februar 2024
Geträumt, mein Bühnenkollege Frank Sorge erzähle mir, er habe kürzlich die Diagnose bekommen, an Windallergie zu leiden. Ich kann mich nicht beherrschen und frage, worin sich eine Windallergie denn von einer Sturmallergie unterscheide. Will mich im selben Moment am liebsten links und rechts ohrfeigen. Kann ich nicht einfach mal zuhören, Empathie zeigen? Muss ich immer gleich alles anzweifeln? Mich dauernd über Sachen lustig machen, von denen ich keine Ahnung habe? Was weiß ich denn, was es so gibt und was nicht? Windallergie? Warum denn nicht? Gibt schließlich auch Spielsucht und Erdachsenverkrümmung. Ich bin so wütend, dass ich nicht mitbekomme, wie Frank Sorge mich gelassen über die Unterschiede zwischen den Symptomen bei Wind- und Sturmallergie aufzuklären versucht.
Tipp für heute: Sich bloß nicht auf die Zunge beißen (auch im Traum nicht). Tut weh.
Ahne |
Allgemein |
5. Februar 2024
Wind und Regen. Regen und Wind. Ich hab mir überlegt Tennisbälle aus dem Fenster zu werfen, länger als eine halbe Stunde lang. Das ist eine sehr gute Idee, finde ich, die ich mir bei den Fußballfans abgeschaut habe. Die protestieren auf diese Art und Weise gegen den Einstieg von Investoren in der Bundesliga. Richtig, sicherlich, aber bei mir möchte gar keiner investieren. Ich muss mir einen anderen Protestgrund suchen. Tennisbälle werfen gegen die braune Brut? Hmm. Tennisbälle werfen für den Frieden? Gegen die hohen Mieten? Für frische Blutwurst an den Fleischtheken der Kaufhallen im Prenzlauer Berg? Ick such mir wat aus. Zunächst einmal aber brauche ich ganz viele Tennisbälle.
Tipp für heute: Tennisbälle in die Zu-Verschenken-Kisten legen.
Ahne |
Allgemein |
4. Februar 2024
Auf meinem Weg durch die Stadt fiel mir neulich ein großes Wahlplakat vor dem Jahn-Sportpark auf, welches sich gegen Rassismus, Waffenlieferungen, die Altparteien, Intoleranz, Abzocke und allerhand mehr wandte. Interessant, dachte ich. Genau die richtige Strategie. Die Abneigung der Bürgerinnen und Bürger bündeln. Warum nicht gegen Rassismus und gegen Migration, gegen Waffen und gegen das Ergeben, gegen den Klimawandel und gegen Maßnahmen gegen den Klimawandel. Alle mitnehmen! So wird ein Schuh draus. Ich recherchierte zuhause das Wahlprogramm der Partei, die sich ‚Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer‘ nennt. Für einen „Aufstand der Anständigen“ wirbt sie, für eine „Humanitäre Revolution“ und, na klar, „für Partnerschaften mit Wüstenstaaten“. Punkt 1 der „programmatischen Schwerpunkte für die nächsten vier Jahre“ lautet „Wir fordern Politiker, denen das Wohl der Allgemeinheit wichtiger ist als ihre eigene Wiederwahl.“ Ich überlegte, wer wohl ein solcher Politiker sein könnte. Vielleicht ja Jürgen Todenhöfer, fiel mir ein, nachdem diese Partei benannt wurde?
Heute: Berlin, Schlot, 13 Uhr: Der Frühschoppen mit Andreas Scheffler, Susanne M. Riedel, Jürgen Witte, Horst Evers und mich als Gast
und danach
Berlin, Schankwirtschaft Baiz, 19 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Susanne M. Riedel, Spider, Gott und mich, sowie den Superstargästen Rainer Bauck (früher Stuttgart, heute Berlin), Klaus Geelhaar (früher Ruhrpott, heute Berlin) und Jana Berwig (früher Oberlausitz, heute Berlin)
Ahne |
Allgemein |
2. Februar 2024
Flüchtlinge sollen in der Bundesrepublik Deutschland, nach einem Beschluss von Bund und Ländern, künftig kein Bargeld mehr erhalten sondern eine „Bezahlkarte“, mit der sie Geld nicht mehr abheben oder überweisen können. Nun wäre es möglich den Beschluss im Einzelnen auseinandernehmen, zu kritisieren, dass Forderungen der AfD und anderer Rechtsaußen-Leute nachgegeben werde, Geldinstitute profitieren würden, die Lebensbedingungen von Flüchtlingen sich weiter erschwerten, gerade in kleineren Orten (wer verpflichtet eigentlich Läden oder Dienstleister die Karte zu akzeptieren?), dass Flüchtlinge, ukrainische Flüchtlinge bekommen nämlich weiter Bargeld, in Menschen erster und zweiter Klasse aufgespalten werden, etc. pp., oder man sieht es grundsätzlicher, wie rbb-Userin Morena: „Das ist natürlich politisch-historischer, ökonomischer, reaktionär absichtsvoller Unsinn innerhalb des Gesamtprozesses, in dem die Verlierer des neoliberalen Glücksversprechens stets die Schuldigen an seiner Minderleistung sein sollen. ‚Abschiebeoffensive‘, ‚Bürgergeld kürzen‘, ‚Streikrecht beschneiden‘, ‚Rentenalter erhöhen‘ – alles dieselben Reflexe.“
Tipp für heute: Mal überlegen, wie es sich anfühlt, wenn du an der Kasse zu hören bekommst: „Nee, mit der Karte nich!“ Und dann vielleicht noch weiter überlegen, wie es sich anfühlt, wenn du keine Alternative zu der Karte hast.
Ahne |
Allgemein |
31. Januar 2024
Olaf Scholz, den manche auch als Bundeskanzler kennen, hat während einer Diskussionsveranstaltung in Potsdam (nicht im Adlon-Haus, woanders) gegenüber der Schriftstellerin Juli Zeh erklärt, er sei stolz darauf, den Begriff „Doppel-Wumms“ erfunden zu haben. Es ist das erste Mal, dass ich ihm bescheinigen muss: Mutig. So etwas hätte sich nicht jeder getraut.
Tipp für heute: Dem Bundeskanzler nacheifern. „Hamsti-Damsti“, zum Beispiel, ist von mir. Darauf aber stolz sein? Muss ich noch üben.
Ahne |
Allgemein |
30. Januar 2024
„Wenn wir sterben, liegt alles einfach rum.“ (aus dem Lied ‚Requiem‘ von der wieder äußerst hörenswerten Schallplatte „Musik“ von ‚Acht Eimer Hühnerherzen‘)
Tipp für heute: Verlieben.
Ahne |
Allgemein |
28. Januar 2024
Gestern während Internet-Recherchen zu irgendwas bei der „Zeitung“ des Telekommunikationskonzerns T-Online gelandet, um dort auf eine „Anzeige/Gesund Entgiften“ zu stoßen. Abgebildet der stattliche Bauch eines älteren Menschen, reißerisch unterschrieben mit: „Die wahre Ursache Ihres Bauchfetts (es ist nicht nicht, was Sie denken)“. Aha. Doppelte Verneinung. Es ist also genau das, was ich denke? Zu wenig Bewegung? Zu viel und zu ungesundes Essen? Warum aber sollte ich dann auf die Anzeige klicken?
Heute: Berlin, Schankwirtschaft Baiz, 19 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Heiko Werning, Spider, Frank Sorge, Gott und mich, sowie den Superstargästen Udo Tiffert (Oberlausitzer Dorfheini) und Maria Jacobi (Berliner Angeber-Trulla, soll, wer ’s glaubt, in 100 verschiedenen Sprachen singen können)
Ahne |
Allgemein |
25. Januar 2024
Andere Berufe haben auch ihre Schattenseiten
Sitze hier und lese
Kommentare, Käse,
könnte gut was And’res tun,
nun,
denn mal ran,
… irgendwann.
Tipp für heute: Sich einen Wecker stellen.
Ahne |
Allgemein |