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Corona-Tagebuch 83

4. Juni 2020

Ob es ein historischer Tag wird? Für mich persönlich zumindest? Werde heute meine vorerst letzte reine Livestream-Lesung abhalten, aus dem HDJK in Köpenick, wer Lust hat, kann sie ab 19 Uhr mitverfolgen. Hoffe, dass es Sonntag dann wieder richtig los geht, mit Publikum, was man auch sehen, hören und riechen kann. Dann ist meine Lesebühne, die Reformbühne Heim & Welt, das erste Mal wieder in der Baiz zu erleben, wenige Plätze kann man unter reservierung-reformbuehne@web.de bei Mandana noch bestellen und nächsten Sonnabend darf ich dann solo in der ‚Alten Schmiede‘ in Werneuchen ran, im Garten, falls nichts Unvorhergesehenes passiert natürlich nur, Meteoriteneinschlag, Angriff von Monster-Aliens oder … mehr fällt mir nicht ein. „Das Eimer-Saufen ist Geschichte“, so hofft es jedenfalls die balearische Regionalpräsidentin Francina Armengol, deren Regierung Nachtklubs, Diskos und Bars auf Mallorca geschlossen halten will, bis ein Impfstoff gegen Covid-19 gefunden worden ist. Sie denkt, dass auch nach Corona keine Party-Exzesse mehr stattfinden werden, auf dieser Inselgruppe im Mittelmeer. Belgien öffnet am 15. Juni seine Grenzen. Die Ukraine dagegen schließt wegen Corona alle 5 Übergangspunkte zu den abtrünnigen Gebieten der Ost-Ukraine. Nach Lockerungen ist es im Iran zu einem erneuten Anstieg der Fallzahlen gekommen, über 3.000 Infizierte und 70 Covid-19-Tote am Tag. Insgesamt beklagt man dort über 8.000 Tote. Mexiko meldet mit 1.091 Opfern erstmals über 1.000 Tote am Tag, doppelt so viele wie tags zuvor, mehr als 100.000 Einwohner haben sich bereits infiziert. Infiziert hatte sich auch George Floyd, der in Minneapolis durch einen Polizisten, welcher mehr als 9 Minuten lang auf seinem Hals kniete, ums Leben kam. Er war verdächtigt worden mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben. Bei Unruhen, die nach dem Mord einsetzten, sind mittlerweile zwei weitere Menschen gestorben. Nicht nur in US-amerikanischen Städten wird demonstriert, auch in Europa, in London, in Berlin, gehen unter dem Motto ‚#Black lives matter‘ viele auf die Straßen. Unruhen auch im Senegal, wo Proteste gegen Ausgangsbeschränkungen in mehreren Städten in Gewalt umschlugen. Der Ausnahmezustand dort wurde bis Ende Juni verlängert.

Heute: Weltweites Internetz, Youtube-Kanal des HDJK-Köpenick, 19 Uhr: Ahne liest, singt und trinkt (Texte, Schlager, Bier)

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Corona-Tagebuch 82

3. Juni 2020

Nach einer repräsentativen Umfrage stellt die Pandemie für 37% der Deutschen ein singuläres Ereignis dar, welches mit bisher Erlebtem und Gehörtem nicht vergleichbar ist. Ein Viertel der Deutschen (bei 18- bis 29-Jährigen mehr als ein Drittel) hat während der Kontaktsperren an Krieg gedacht, fast doppelt so viele jüngere wie ältere Deutsche fühlen sich an Diktaturen erinnert (22% zu 12%) oder denken an eine vergangene Trennung oder Scheidung (12% zu 6%). Über alle Bevölkerungsgruppen hinweg fühlen sich vergleichsweise wenige Deutsche im Zusammenhang mit der Corona-Krise an den Bau der Berliner Mauer (zwischen 5 und 7%) erinnert. Quelle welt.de. Ich frage mich, wer diese Dinge ausgewählt hat, an die man sich erinnert fühlen kann. Gab es oben genannte Möglichkeiten und man sollte eine ankreuzen? Oder haben die Befragten von sich aus jene Sachen geäußert? Wie kam man ausgerechnet auf den Bau der Berliner Mauer? Warum nicht die Erfindung des Telefons? Oder die Oktoberrevolution? Obwohl, ein paar Prozentpunkte bleiben ja noch übrig, da hat meine Quelle unterschlagen, was angegeben wurde. Einige zumindest scheinen sich auch an die Judenverfolgung im Dritten Reich erinnert zu fühlen, anders kann ich mir nicht erklären, warum auf manchen Hygiene-Demos Menschen einen Judenstern trugen. Was Angehörige von Opfern der Judenverfolgung darüber denken, kann ich mir lebhaft vorstellen. Schäme mich, für so viel Geschichtsvergessenheit. In öffentlichen Verkehrsmitteln wird das Tragen einer Gesichtsmaske nach meinen Beobachtungen nur noch von etwa der Hälfte der Fahrgäste befolgt, während es in Läden und Kaufhallen fast alle tun. In Göttingen wurden nach einem Corona-Ausbruch infolge von Familienfeierlichkeiten jetzt sämtliche Schulen geschlossen. Hongkong verlängert die Beschränkungen um 2 Wochen. Ausländer dürfen bis Mitte September nicht einreisen. Pakistan hebt trotz steigender Infektionszahlen fast alle Beschränkungen auf. Die Bevölkerung müsse besonders vorsichtig sein und lernen mit dem Virus zu leben, so der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan. Den höchsten Anstieg der Infektionszahlen an einem Tag mit 8.909 meldet Indien. In Mexiko starben gestern 470 Menschen an Covid-19. Über 1.000 Tote in Kolumbien. Über 5.000 Tote in Russland. Über 31.000 Tote in Brasilien, trotzdem dürfen dort alle Geschäfte wieder öffnen. Deutschland hebt ab 15. Juni die Reisewarnung für 31 europäische Länder auf. Island bietet ab diesem Zeitpunkt Urlaubern einen Corona-Test bei Einreise als Alternative zu einer zweiwöchigen Quarantäne an. Lettland öffnet seine Grenzen heute für Bürger aus mehr als 20 europäischen Staaten. Länder wie Großbritannien, Schweden, Russland und Weißrussland, wo die Infektionsraten weiterhin hoch sind, bleiben davon ausgenommen. Die Arbeitslosigkeit ist im April in Deutschland auf 2,8 Millionen Menschen gestiegen. Im selben Monat verzeichnet Hängemattenhersteller ‚La Siesta‘ aus Rheinhessen ein Umsatzplus von 85%. „Es ist immer noch genug Geld da. Die Leute vergolden ihr Zuhause.“ so der Marketingleiter des emsländischen Schwimmbeckenherstellers ‚Riviera Pool‘ zur Deutschen Presse Agentur (DPA).

Tipp für heute: Ein goldenes Zweitschwimmbecken vielleicht?

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Corona-Tagebuch 81

2. Juni 2020

Ich bemerke, wie ich langsam nachlässig werde, beim Lesen der Meldungen zur Corona-Krise. So nahm ich die Schlagzeile auf tagesschau.de „Verbraucherlaune nur leicht aufgehellt“ als „Verbrecherlaune nur leicht aufgehellt“ wahr, hocherfreut zunächst, ob des vermeintlichen Fundes, doch meine Freude wandelte sich schnell in Enttäuschung um. „Verbraucherlaune nur leicht aufgehellt“, nun ja, wenn es so was in die Nachrichten schafft, scheint nicht viel passiert zu sein. ‚Verbraucher‘, ein Wort, was ich menschenverachtend finde. Man verbraucht also, was produziert wurde. Verbraucher sind zum Verbrauchen zu gebrauchen, darum scheint es wichtig, wie es um deren Laune bestellt ist. Ob sie sich aufhellt oder verdüstert. Hat der Verbraucher Lust was zu verbrauchen? Zur Zeit befinde ich mich in regelmäßigem Austausch mit einem Kollegen, der sich seit der Corona-Krise, wenn man genauer hinhört jedoch mindestens seit der Flüchtlingskrise 2015, Sorgen macht um unsere Demokratie. So nennt er es jedenfalls. Ich fürchte, dass auch mit der Corona-Krise wieder ein ganzer Schwung Menschen komplett ins rechte Lager wechselt, sich im Widerstand gegen „das System“ wähnt. Wenn es nicht so traurig wäre, hätte ich das Zitat aus seinem heutigen Blogbeitrag: „Rein praktisch ist die Mehrheit aber schon jetzt eine mit jedem Tag kleiner werdende Minderheit.“ aufgenommen in meine Rubrik ‚Sätze seltsamer Schönheit‘. Ich glaube jedoch, er meint es ernst. Gruselig. Tschechien öffnet seine Grenze für Touristen aus Deutschland am 15. Juni. Großbritannien verzeichnet mit 111 Covid-19-Toten am Tag die niedrigste Zahl seit zwei Monaten, in Spanien ist gestern erstmals seit März kein einziger Mensch an dem Virus gestorben. Über 1.000 Corona-Tote in Ägypten, über 10.000 in Mexiko. 7,3 Millionen Beschäftigte sind in Deutschland in Kurzarbeit, fast 40% der Studierenden haben hierzulande ihren Job verloren. Die New Yorker Metropolitan-Oper möchte ihre Tore für Freunde des klassischen Gesangs wieder öffnen, frühestens jedoch Ende Dezember. Welches Jahr stand nicht dabei.

Tipp für heute: Der Feind deines Feindes ist nicht automatisch dein Freund.

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Corona-Tagebuch 80

1. Juni 2020

Pfingstmontag. Irgendetwas ist passiert. Sowieso. Aber auch in übertragendem Sinne. Sonst gäbe es heute keinen Feiertag. Die Behörden von Gibraltar wollen die einzige wilde Affenpopulation auf dem europäischen Kontinent vor dem Coronavirus schützen, indem man verbietet die Makaken zu berühren. Finde ich gut. Sollten sie ruhig auch über Corona-Zeiten hinaus beibehalten, meiner Meinung nach. Präsident Trump möchte wegen der Ausschreitungen infolge des Mordes an einem schwarzen Mann durch einen weißen Polizisten die Antifa in den USA als Terror-Organisation einstufen lassen. Problem, es gibt keine Antifa als Organisation. Er könnte stattdessen Antifaschisten zu Terroristen erklären, dies wäre möglich. Haben die Nazis ja auch schon mal gemacht. Malta will seinen Flughafen am 1. Juli wieder aufmachen. Trotz schneller steigender Zahl von Covid-19-Infizierten lockert Indien seine Maßnahmen dagegen. Unternehmen und Geschäfte dürfen in vielen indischen Staaten wieder öffnen. 8.800 neue Infektionen in Peru an einem Tag, in Chile mittlerweile mehr als 1.000 Tote. Der Regierungschef von Armenien Nikol Paschinjan hat sich mit dem Virus infiziert. In Deutschland ist ab morgen keine Krankschreibung per Telefon mehr erlaubt. Japan will Geschäftsleuten aus Thailand, Vietnam, Australien und Neuseeland wieder die Einreise gestatten, wenn sie zwei separate Negativ-Tests bei Abreise und Ankunft vorweisen können. Auf der indonesischen Insel Java hat sich die Politikerin Untung Yuni Sukowati aus der Region Sragen etwas Besonderes einfallen lassen. Menschen, die sich nicht an die Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus halten, lässt sie in Spukhäuser einbuchten. „Wenn es im Dorf ein leeres und verfluchtes Haus gibt, werden die Leute dort eingesperrt.“, so die resolute Frau zur Nachrichtenagentur AFP. Was sie wohl glaubt, wer hinter der Pandemie steckt?

Tipp für heute: Einen Gegenzauber kreieren.

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Corona-Tagebuch 79

31. Mai 2020

Das nervige Gebimmel der Kirchenglocken weckt mich um 8:45 Uhr. Es dauert zehn Minuten. Zu Ehren der Corona-Toten? Eine halbe Stunde später bimmeln sie noch mal, wieder zehn Minuten. Etwas übertrieben, oder? Gestern den Film ‚Paterson‘ von Jim Jarmousch gesehen. Ein wunderbar ruhiges Werk, welches ich bereits vor dem großen Finale beendet hätte. In den USA, in Minneapolis, kommt es seit Tagen, nach dem Mord eines weißen Polizisten an einem schwarzen Mann, zu schweren Ausschreitungen, die sich mittlerweile auf andere Städte ausbreiteten. Rassismus und die Reaktionen darauf, denkt man zunächst. Kann man aber durchaus auch anders sehen, wie User DB_EMD auf tagesschau.de beweist: „Ich denke Corona hat den Menschen, die sich immer mehr in Gesetzen und Verordnungen, vorgeplanten und durchorganisierten Gesellschaften unterordnen müssen, den letzten Rest gegeben! In einer Welt, in der Individualismus immer mehr durch staatliche Eingriffe reguliert und unterdrückt wird, müssen sich ja solche Bilder auftun.“ Staatliche Eingriffe in den Individualismus? Und das ausgerechnet in den USA? Unter Donald Trump? Diese Sicht der Dinge muss er sich patentieren lassen. Kaum Resonanz fanden an diesem Wochenende die Proteste gegen Corona-Maßnahmen in Deutschland, obwohl das Wetter perfekt war und fast überall wieder unbeschränkt demonstriert werden durfte. Oder gerade deshalb? In Spanien wird ab Juni ein Grundeinkommen eingeführt. Ein Erwachsener hat dann Anspruch auf 462 € im Monat. Familien erhalten zusätzlich 139 € pro Kopf, maximal 1.015 € pro Haushalt. Das hat natürlich nicht viel mit einem Grundeinkommen zu tun, von dem man wirklich leben kann, noch dazu kommen lediglich 2,3 Millionen von 50 Millionen Spanierinnen und Spanier in den Genuss. Saudi-Arabien will die Moschee des Propheten Mohammed in Medina ab heute schrittweise eröffnen, in Jerusalem wird der Tempelberg mit der Al-Aqusa-Moschee wieder zugänglich gemacht. Mehr als 30.000 Infizierte in Südafrika, mehr als 40.000 in Weißrussland, mehr als 400.000 in Russland, mehr als 6 Millionen weltweit. Der japanische Elektronikkonzern Yamaha hat eine App entwickelt, mit der Fußballfans, wenn sie die Spiele ihrer Mannschaften im Fernsehen, Radio oder Internet verfolgen, Anfeuerungsrufe, Jubelschreie oder Unmutsbekundungen auf ihren Smartphones ins coronabedingt leere Stadion schicken können, wo Lautsprecher zwischen den Stuhlreihen diese dann verstärken. Die Zukunft des Fußballs? Nie wieder Gewalt? Eine Herausforderung auf jeden Fall für Ultras so Schlachtgesänge zu intonieren. Die Reformbühne darf ab nächsten Sonntag das erste Mal wieder live vor anwesendem Publikum in der Baiz auftreten. Bin total aufgeregt. Heute nochmal Stream pur und Präsentation meiner ersten Amabie-Bilder, plus zweien von meiner Tochter.

Heute: Weltweites Internetz, Facebook-Kanal der Reformbühne Heim & Welt, 20 Uhr: 12. Quarantänebühne Heim & Welt mit Falko Hennig, Technik-Held Frank Sorge, Gott und mich, über Zoom aus Münster zugeschaltet Heiko Werning, einer Anneliese-Hülschrath-Gedächtniskolumne von Jürgen Witte aus Steglitz und live in den Waran-Werkstätten-Wedding Superstargast: Sedlmeir (Rock ’n Roll)

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Corona-Tagebuch 78

30. Mai 2020

Bin ganz alleine. Die Familie ist weg gefahren. Nach Thüringen. Weil man dort jetzt wieder alles darf. Selbst Fremde auf der Straße küssen. Falls man vorher fragt, natürlich nur. Und mit Mundschutz. In Berlin darf man noch gar nichts. Außer mit der Deutschland-Fahne vor dem Olympiastadion posieren (gute Symbolik für was mit Deutschland) und danach einen Auto-Korso gegen die Corona-Maßnahmen führen, wie der vegane Starkoch, Bürgerrechtler und Opfer von Polizei-Willkür Attila Hildmann (39) es gerade tut, am Sonnabendmittag. Vom Olympiastadion bis zum Bundeskanzleramt leitet er in seinem auffälligen Porsche den Konvoi dutzender PKW’s und Motorräder, die unter anderem einen Corona-Untersuchungsausschuss fordern. „Freiheit!“ 70 Demonstrationen sind heute zum Thema allein in Berlin angemeldet. Fast schon ein Pfingsttreffen, wie es früher die FDJ veranstaltete. Hat aber damit nichts zu tun, es ist ja gegen die Regierung gerichtet, die Regierung hier, in Berlin, und selbstverständlich auch gegen die Weltregierung, ist die eigentlich schon im Amt? In Berlin sind ab 2. Juni Open-Air-Veranstaltungen bis 200 Besucher wieder möglich, ab 16. Juni bis 500, ab 30. Juni bis 1.000. In geschlossenen Räumen dürfen von Dienstag an bestimmte (was sind bestimmte?) Veranstaltungen bis 150 und ab 30. Juni bis 300 Teilnehmer stattfinden. Ab 2. Juni dürfen auch Kneipen wieder aufmachen, Gäste müssen allerdings an Tischen bedient werden. Dänemark und Griechenland öffnen ab 15. Juni ihre Grenzen für Touristen. In Schleswig/Holstein sollen ab 8. Juni alle Grundschüler wieder eine tägliche Beschulung erhalten. In Nordrhein/Westfalen dürfen Kinos, Theater, Opern- und Konzerthäuser wieder öffnen, auch Busreisen sind unter den Bedingungen des Infektionsschutzes wieder gestattet. Flixbus nimmt den Betrieb wieder auf, Busse dürfen voll besetzt werden, Maskenpflicht gilt. Disneyworld strebt die Wiedereröffnung seiner Vergnügungsparks in Florida ab 11. Juli an. Höchster Anstieg von Neuinfektionen im Irak, 416 Fälle am Tag. Südkorea schränkt nach erneutem Anstieg von Neuinfektionen den Schulbetrieb wieder ein, Museen, Parks und Theater werden in Seoul geschlossen. Chile verteilt wegen katastrophaler Zustände infolge der Corona-Krise zehntausende Lebensmittelpakete an die Bevölkerung. Donald Trump verkündet das Ende der Zusammenarbeit der USA mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), weil diese eine „Marionette“ Chinas sei. Sämtliche bisher zur Verfügung gestellten Finanzmittel würden künftig für andere globale Gesundheitsprojekte zur Verfügung gestellt, Projekte die dies verdienten, sagte der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Welche es wohl sein mögen? Die „Super-Duper-Rakete“ vielleicht?

Tipp für heute: „Die freie deutsche Jugend stürmt Berlin“, ein Lied zum Pfingsttreffen, in der Version von ‚Einsatz‘ mal wieder hören.

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Corona-Tagebuch 77

29. Mai 2020

Bin fleißig am Malen von „Amabie“, viel mehr von Amabies. Sie sehen alle sehr unterschiedlich aus, was mit meinen Malfähigkeiten zu tun haben mag. Vielleicht schaffe ich es ja noch, meine Tochter zu animieren, auch eine „Amabie“ zu malen. Die kann das nämlich richtig gut. Die ist besser als Picasso. Behaupte ich, der ich von Malerei lediglich weiß, dass sich Picasso mal ein Ohr abschnitt. Je mehr Amabies wir zu Papier bringen, je öfter wir sie Menschen zeigen, desto schneller ist die Pandemie auch Geschichte. Japanische Mythen stimmen immer! Am Sonntag werde ich meine Versuche im Livestream der Reformbühne präsentieren. Danach dürften die Infektionszahlen in Berlin verdampfen, wie Tropfen auf heißen Steinen. In Südafrika wird das Alkoholverbot zum Teil aufgehoben. Man darf jetzt vier Tage in der Woche alkoholische Getränke erwerben, nicht freitags und auch nicht an den Wochenenden und der Konsum ist nur zuhause erlaubt. Auch in der Düsseldorfer Altstadt wurde es wieder erlaubt zu saufen. Das dortige Verwaltungsgericht hat das Alkoholverbot gekippt. Es sei nicht geeignet um Corona-Infektionen einzudämmen, hieß es. Der Bierabsatz ging während der Corona-Krise in Deutschland stark zurück. Er sank im April im Vergleich zum März um 17,3%. Regional allerdings gibt es gewaltige Unterschiede. Während er in Hamburg und Schleswig/Holstein um 54,9% schrumpfte, stieg er in Thüringen sogar an, um 4,3%. Wurde da etwa heimlich im Garten gegrillt? Das Tschechische Nationalmuseum widmet der Atemschutzmaske eine eigene Ausstellung. Von Designer-Masken bis zu Versionen von Hobby-Näherinnen mit Klettverschluss, welcher zum Trinken geöffnet werden kann, ist alles dabei. Am 4. Juni sollen die Casinos in Las Vegas wieder Gäste empfangen dürfen, ab nächsten Montag bereits machen in der Türkei Cafes, Restaurants, Schwimmbäder, Sportstudios, Kindergärten, Parks, Strände und Museen auf. Auch Open-Air-Konzerte sind dann wieder erlaubt, allerdings nur bis Mitternacht. Bestehen bleibt das Ausgehverbot für Menschen unter 18, eine Maskenpflicht, das Abstandsgebot und Bürger ab 65 dürfen nur zu bestimmten Stunden des Tages ins Freie. In Dänemark haben sich die Infektionszahlen nach der schrittweisen Öffnung der Schulen am 15. April nicht erhöht, berichtet die Agentur Reuters, dem schloss sich das finnische Institut für Gesundheit und Soziales für Finnland an, wo die Schüler seit dem 14. Mai wieder in den Unterricht dürfen. In Rumänien können die Menschen innerhalb des Landes jetzt wieder reisen, Polen erlaubt ab 19. Juni Zuschauer in Fußballstadien, Putin sieht den Höhepunkt der Corona-Pandemie in Russland überschritten, die Militärparade zum Sieg im Großen Vaterländischen Krieg kann damit am 24. Juni stattfinden. 26.417 Neuinfektionen in Brasilien, über 4.000 Covid-19-Tote mittlerweile in Peru, über 9.000 in Mexiko. Im indischen Teil von Kashmir wurde ein Pferd unter Quarantäne gestellt, nachdem der 21-jährige Reiter zuvor mit einem Corona-Infizierten in Kontakt gekommen war. Falls es irgendwo auf der Wiese stehen darf, wird es darüber nicht allzu traurig sein, denke ich.

Tipp für heute: Pferde sind auch ohne Reiter ganz schön anzusehen.

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Corona-Tagebuch 76

28. Mai 2020

Müde. Dies konnte verhindern, dass ich früh gleich los bin, um mir ein paar Paletten Damenbinden und Baby-Windeln zu sichern. Was ich damit will? Tauschware, falls demnächst das Bier knapp wird. 2020 ist der Mai längst nicht so warm wie in den vergangenen Jahren. Vielleicht ja eine Blitzheilung des Klimawandels, durch das coronabedingte, weltweite Herunterfahren der Wirtschaft? Ich weiß, ich weiß, Wetter ist nicht gleich Klima. Man wird doch wohl noch träumen dürfen. Jetzt läuft alles wieder richtig an. Der Verkehr auf den Straßen ist schon fast genau so dick, wie vor Corona. Bestimmt erholt sich das Wetter bald wieder. Puh! Laut einer Studie des Forschungsverbundes „Kindheit-Jugend-Familie in der Corona-Zeit“, der aus dem Hildesheimer Institut für Sozial- und Organisationspädagogik und dem Frankfurter Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung in Kooperation mit der Universität Bielefeld besteht, sind Kinder in Zeiten der Corona-Einschränkungen zufriedener als Erwachsene. Da kann ich nur sagen: „Arschlöcher, alles Arschlöcher!“ In Deutschland sollen die Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni in Kraft bleiben. In der Schweiz dürfen ab Sonnabend wieder bis zu 30 Personen zusammen kommen. Auch sollen Veranstaltungen bis 300 Teilnehmer gestattet sein, Zoos, Bergbahnen, Campingplätze, Schwimmbäder, Theater und Kinos öffnen und in Restaurants dürfen ab 6. Juni mehr als 4 Personen an einem Tisch sitzen. Großveranstaltungen über 300 Teilnehmer bleiben weiterhin verboten, vorerst bis Ende August. Serbien erlaubt ab 1. Juni Fußballspiele und andere sportliche Wettkämpfe im Freien mit Zuschauern. Zwischen denen muss ein Sicherheitsabstand von einem Meter eingehalten werden. Ungarn erlaubt dies ab Donnerstag ebenfalls, mit 1,5 m Abstand allerdings. Polen schafft das verpflichtende Tragen einer Gesichtsmaske in der Öffentlichkeit ab. Lockerungen auch in Moskau. Dort dürfen Einwohner künftig dreimal die Woche spazieren gehen, auch Sport im Freien ist wieder erlaubt, allerdings nur von 5 bis 9 Uhr. Morgens! Und man muss Maske tragen, auch beim Sport. Über 4.000 Covid-19-Tote in Russland, über 25.000 in Brasilien, über 100.000 in den USA. Da jedoch sinken die Neuinfektionen und Todesfälle pro Tag, während die Sprecherin des armenischen Gesundheitsministeriums Alina Nikoghossian der Nachrichtenagentur AFP gegenüber erklärte: „Wenn die gegenwärtige Situation anhält, werden die Intensivbehandlungen in den kommenden Tagen nur für Patienten mit den besten Überlebenschancen zur Verfügung stehen.“ Vielleicht sollten es die Armenierinnen und Armenier den Japanerinnen und Japanern gleich tun, welche derzeit hunderttausendfach das Fabelwesen „Amabie“ abbilden, das der Legende nach 1846 im heutigen Kumamoto dem Meer entstieg und einem Beamten mitteilte, falls eine Epidemie ausbreche, solle ein Bild von ihr gemalt und den Menschen gezeigt werden. Selbst das Gesundheitsministerium Japans verwendet auf seiner Webseite Bilder von „Amabie“ mit dem Aufruf: „Stop! COVID-19“. Kann kaum schaden. Womöglich aber sollte man sich nicht nur darauf verlassen.

Tipp für heute: Amabie sieht putzig aus.

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Corona-Tagebuch 75

27. Mai 2020

Erwache ich früh, habe ich manchmal seltsame Gedanken. Heute zum Beispiel dachte ich über das schöne Wort ’spazieren‘ nach, besser über das Wort ‚Spaziergang‘. Und da fiel mir auf, nimmt man dieses auseinander, erhält man Spa (belgischer Kurort), zier (von zieren oder Zierde) und Gang (Gang). Ob es wohl in Spa einen Gang gibt, der schön verziert ist? Oder sind in Spa einst Menschen durch einen Gang gelaufen um diesen mit ihrer Anwesenheit zu zieren? Schön zurecht gemacht, eventuell? Dann würde das deutsche Verb zu ‚Spaziergang‘, ’spazieren‘, heute in anderem Sinne verwandt, als ursprünglich gedacht, denn eigentlich müsste man ja nach Spa reisen, um jenes zu zieren. Nun, andere Sorgen scheine ich nicht zu haben. Am 13. Juni geht es auch für mich wieder richtig los. Vielleicht sogar schon am 4.? Da ist zur Zeit noch ein Livestream im HDJK-Köpenick geplant, am 13. Juni jedoch darf ich in Werneuchen in der ‚Alten Schmiede‘ auftreten, im Garten, vor Publikum! Irre. Was ziehe ich nur an? Keine Ahnung, ob es noch Karten gibt, ursprünglich war das ja ausverkauft gewesen, aber ob das in Corona-Zeiten Bestand hat? Vielleicht ist der Garten ja riesengroß. Hundertausend Quadratmeilen? Das Woodstock Brandenburgs? Bayerns Innenminister Herrmann hat Thüringen wegen seiner geplanten Aufhebung der landesweiten und Ersatz durch lokale Corona-Auflagen mit Gegenmaßnahmen gedroht: „Wir werden sicher nicht tatenlos zusehen, wie Ramelow große Erfolge im Kampf gegen das hochgefährliche Coronavirus sorglos zunichte macht.“ Worin die angedrohten Gegenmaßnahmen bestehen könnten, sagte Herrmann allerdings nicht. Einen Tag später gab Bayern bekannt, dass ab 15. Juni Theater und Kinos in Bayern eröffnen würden und auch andere kulturelle Veranstaltungen wieder möglich seien. Meinte er dies mit Gegenmaßnahmen? Hamburg macht Fitnessstudios, Freibäder und Kinos am 2. Juni auf. Tschechien öffnet alle Grenzübergänge zu Deutschland und Österreich. Das Einreiseverbot für Touristen bleibt allerdings bestehen. Ungarn will seinen Notstand am 20. Juni beenden. Auch in den letzten japanischen Provinzen wird dieser vollständig aufgehoben. Italien möchte 60.000 Freiwillige anheuern, um nach Ende der Ausgangssperren die Abstandsregeln zu kontrollieren. Ein Traumjob! „Darf ich sie darauf hinweisen, dass sie zu dicht beieinander stehen?“ Außerdem sollen jene Freiwilligen für Hilfsbedürftige einkaufen gehen. Timurhilfe, sozusagen. Spanien korrigiert die Zahl der Corona-Toten um 2.000 nach unten, zahlreiche Opfer seien doppelt gezählt worden. Mehr als 1.000 Covid-19-Tote mittlerweile in Polen, mehr als 4.000 in Schweden, weltweit über 350.000. Fast 5.000 Neuinfektionen werden aus Chile an einem Tag gemeldet, auch zwei Minister seien betroffen. Thailand verlängert seinen Ausnahmezustand bis Ende Juni, Argentinien die strengen Ausgangsbeschränkungen für Buenos Aires bis 7. Juni. Erschreckendes wird aus China gemeldet. Dort droht durch die massenhafte Produktion von Gesichtsmasken mittlerweile ein Engpass bei Windeln und Damenbinden zu entstehen, da für die Herstellung der gleiche Rohstoff, Zellstoff, benutzt wird. Oh, oh! Ahne bereits, was morgen in unseren Geschäften so abgeht.

Tipp für heute: Die Kaufhallen haben vielerorts noch bis 23 Uhr geöffnet!

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Corona-Tagebuch 74

26. Mai 2020

In Berlin dürfen ab 4. Juni wieder Demonstrationen ohne Begrenzung der Teilnehmerzahl stattfinden. Dann wird man ja sehen, wie groß der Zulauf für die Kritiker der Corona-Maßnahmen tatsächlich ist. Mittlerweile geht es mir ganz schön auf die Eier, für was der Spruch „Wir sind das Volk“ so alles benutzt wird. Aber gut, kann man niemandem verbieten und das ist ja auch richtig so. Was ich wirklich ärgerlich finde, wenn Leute wie Vera Lengsfeld suggerieren, sie stünden in irgendeiner Tradition der DDR-Bürgerrechtsbewegung. Diese ehemalige SED-Genossin (immerhin 8 Jahre lang), nach einigen Wandlungen, unter anderem war sie im Friedenskreis Pankow, danach bei der Grünen Partei der DDR, nach der Wiedervereinigung bei Bündnis 90/Die Grünen, danach in der CDU (ließ sich mit Angela Merkel gemeinsam auf riesigen Wahlplakaten ablichten), wenn die nun mittlerweile am rechten Rand angekommen zu sein scheint, so ist das ihr persönlicher Weg. Es gibt auch ehemalige DDR-Bürgerrechtler bei den Linken, bei der SPD oder im Tierschutzverein. Trotzdem würde wohl niemand auf die Idee kommen zu behaupten, mehr Auslaufgebiete für Hunde zu fordern stünde in der Tradition der DDR-Bürgerrechtsbewegung. Vera Lengsfeld war damals für die Öffnung von Grenzen und ist heute für die Schließung von Grenzen, sie forderte damals mehr Umweltschutz und bezeichnet heute Maßnahmen gegen den Klimawandel als hysterisch, sie setzte sich damals für Opfer faschistischer Gewalttäter ein und wettert heute gegen die „Antifamafia“. Sie hat ihre Meinungen wieder einmal fundamental geändert, was sie auch darf, nur steht sie damit nicht in der Tradition der DDR-Bürgerrechtsbewegung sondern höchstens in der Tradition von Menschen, die sich nicht ausreichend wahrgenommen und gewertschätzt fühlen. Die Zahl der Verkehrstoten war im März übrigens so niedrig wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. 158, trotzdem noch.

Tipp für heute: Die schlechte Laune wegbügeln indem man vielleicht … bügelt?

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